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Hannover Messe: Daten und 5G als Treibstoff der Industrie

Digitalisierung gilt als wichtigster Trend der Hannover Messe 2020. Zur Preview kündigten Aussteller schnelle Einstiege in KI und viel Raum für 5G an.

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Hannover-Messe-Preview: Das 5G-Testfeld wächst schnell

(Bild: Deutsche Messe)

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"Ein funktionsfähiges 5G-Netz" erwartet die Besucher der Hannover Messe 2020 laut Messechef Dr. Jochen Köckler auf der Messe-Preview. Dieses werde in den Hallen 3 und 21 eingerichtet und Netzausrüstern sowie Anwendern erlauben, die Möglichkeiten des neuen Mobilfunkstandards zu demonstrieren. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe AG erinnerte daran, dass die Hannover Messe 2019 bereits in einer Halle 5G bot, ab 2021 werde das digitale Testfeld voraussichtlich auf alle Hallen ausgedehnt.

Die Industriemesse vom 20. bis 24. April soll einen Blick auf das große Ganze bieten. Köckler nannte vier Megatrends: Digitalisierung, Individualisierung, Klimaschutz und der demografische Wandel verändern die Welt und zwingen die Wirtschaft zur "Industrial Transformation" – das Leitthema der Veranstaltung in diesem Jahr.

Drohnen suchen ihren Platz in der Produktion von morgen.

(Bild: DiAvEn)

Als wichtigster der Megatrends sorge die Digitalisierung in Produktionshallen für weiter rapide ansteigende Datenmengen. Diese bilden laut Köckler "Rohstoff und Basis für Wachstum". Die Messe beobachte einen stark wachsenden Anteil an Cloud-Anbietern und erwarte, dass die Datenauswertung über Cloud- oder Edge-Computing in jede Fabrik einziehen werde.

Ganz folgerichtig überließ Köckler daher die Bühne – nach dem indonesischen Botschafter als Vertreter des Partnerlandes 2020 – einem großen Partner aus der IT. Christoph Berlin, Microsoft Partner Program Manager für die Cloud-Plattform Azure Industrial IoT, beschwor die Datendurchgängigkeit im Unternehmen. Er analysierte, dass viele Fertiger ihre Produkte immer häufiger durch Services ergänzen. Voraussetzung für derart neue Geschäftsmodelle sei die Digitalisierung möglichst aller Prozesse und die konsequente Vernetzung bisheriger Datensilos. Berlin sieht in diesen Schritten auch eine Chance, erfolgreiche Pilotprojekte rasch zu skalieren.

Zu Maschinendaten lassen sich automatisiert passende Machine-Learning-Modelle finden.

(Bild: Weidmüller)

Ein Beispiel für neue Daten-Services gibt der Automatisierer Weidmüller, der in Partnerschaft mit Microsoft ein Automated-Machine-Learning-Tool entwickelt hat. Das soll es dem Ingenieur an der Produktionsmaschine ermöglichen, ohne das Fachwissen eines Data Scientists, seine Maschinendaten auf ein geeignetes Machine-Learning-Modell zu übertragen, wie Tobias Gaukstern, Leiter der Business Unit Industrial Analytics, erklärt. Damit werde es beispielsweise möglich, Maschinendaten in Echtzeit zu überwachen und Qualitätsschwankungen direkt mitzubekommen oder das Versagen eines Maschinenbauteils vorherzusagen. Das sei ein einfacher Einstieg in die KI innerhalb der Produktionshalle.

Zum Thema Automation zeigt die Hannover Messe den Einsatz von Flugrobotern in der industriellen Logistik. Organisiert vom VDMA sollen die Drohnen im April in der Industrial Drone Area umherschwirren und zeigen, wie sie sich etwa bei der Inventur, bei Materialfluss- und Transportaufgaben, bei Inspektionen oder Vermessungseinsätzen nützlich machen können.

Ob das Coronovirus Auswirkungen auf die Messe haben wird, ist unklar, da sich die Situation bis Ende April noch ändern kann. Bisher haben laut eines Pressesprechers der Messe keine Aussteller abgesagt. Man stimme sich mit den Gesundheitsbehörden ab, die Hygienemaßnahmen würden erhöht. "Deutsche Behörden sehen nur eine äußerst geringe Gefahr, sich auf einer Messe auf deutschem Boden anzustecken." Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona ist wegen des Virus abgesagt worden. (agr)