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Hannover Messe: Fabriküberwachung per Fingerzeig

Man nehme ein Produktionssteuerungsprogramm, ein Touch-Display und etwas Zusatzsoftware vom Fraunhofer-IGD – und schon lässt sich eine ganze Fabrikhalle im laufenden Betrieb überwachen und verplanen wie in einem Videospiel.

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Das Fraunhofer-Institut für graphische Datenverarbeitung (IGD) präsentiert auf der Hannover Messe mit seiner Software Plant@Hand 3D eine Erweiterung für MES-Pakete, also Manufacturing Execution Systeme. Mit solcher Software plant man die vorhandenen Maschinen einer Werkhalle optimal für die anstehenden Aufträge ein.

Plant@Hand 3D Fertigungsabläufe interaktiv visualisiert

Die Erweiterung der Rostocker Fraunhofer-Entwickler bildet die Halle dreidimensional und interaktiv auf einem berührungsempfindlichen Display ab. Darauf lassen sich alle relevanten Abfragen per Fingertipp erledigen. Beispielsweise kann man eine einzelne Maschine heranzoomen, um in einer Sprechblase die aktuellen Begleitinformationen wie Taktrate oder den gerade bearbeiteten Auftrag zu lesen. Auch Gründe für einen Stillstand könnten dort erscheinen, etwa Rohstoff-Mangel oder Maschinenstörung. In aufpoppenden Charts lassen sich diverse Parameter mit dem bisherigen Verlauf darstellen. Auch Warenbehälter tauchen in der Visualisierung auf. Sie lassen sich mitsamt ihrem aktuellen Füllstand verfolgen, sofern etwa ein Werker in der Halle die benötigten Informationen von Hand beisteuert. Das könnte über ein Tablet mit derselben Software geschehen oder je nach verfügbarer Sensor-Ausstattung auch automatisch.

Darüber hinaus hat der Schichtleiter die Option, die Wege der halbfertigen Güter von Maschine zu Maschine für jeden einzelnen Auftrag grafisch zu betrachten. Bei einer Maschinenstörung oder einer Auftrags-Veränderung kann er die Wege per Fingergeste umlenken. Stehen Umbauten in der Halle an, kann er ohne fremde Hilfe sogar Durchbrüche in Wänden, Anbauten und die Installation neuer Anlagen simulieren. (hps)