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Hannover Messe: Fahrrad mit Flaschenzug

Der ungarische Erfinder Róbert Kohléb demonstriert seinen Fahrradantrieb per Flaschenzug und Kordel mit einem Demo-Modell und einem mittlerweile auch in Deutschland erhältlichen seriengefertigten Fahrrad.

Stringbike-Fahrradantrieb – Das Hinterrad wird abwechselnd von der Kordel rechts und links angetrieben

Beim Stringbike bewegt die Kurbel auf jeder Seite eine eigentümlich geformte Getriebescheibe, die ihrerseits quasi die Flasche eines Flaschenzugs nach vorne und hinten bewegt. Die Kordel, die durch den jeweiligen Flaschenzug geführt ist, überträgt die Kraft auf eine Walze an der Hinterradachse, die jeweils während einer halben Kurbelumdrehung das Rad antreibt und in der anderen Zeit die Kordel zurückspult.

Die Innenkante der Getriebescheibe bestimmt, welcher Hebelarm in jeder Kurbelposition für den Zug an der Kordel zum Tragen kommt, außerdem läßt sich dies durch die veränderliche Stellung der Flasche an der Scheibe variieren. Auf diese Art und Weise realisiert das Stringbike mit vergleichsweise wenigen beweglichen Teilen eine Gangschaltung mit 19 Übersetzungsstufen.

Die Entwickler sehen einen wesentlichen Vorteil ihrer Konstruktion darin, dass sie einfach zu warten ist. Ohne Rollenkette benötigt das Fahrrad keine Schmiermittel an außen liegenden Teilen, und an der Gangschaltung gibt es nur wenige Teile, die verschleißen oder sich verstellen könnten. Die Kordeln aus einem Material, das auch bei Segelbooten eingesetzt wird, sollen rund 2000 Kilometer überstehen, doch das hängt offensichtlich auch davon ab, wie viel Schmutz und Sand beim Fahren aufgewirbelt wird.

Auf jeden Fall benötigt das Stringbike eine proprietäre Hinterradnabe, die man allerdings sehr einfach und ohne Eingriff ins Antriebssystem zwischen den beiden Antriebswalzen austauschen kann, nachdem man die Achse entsichert und herausgezogen hat. Preise für das Fahrrad beginnen bei 2500 Euro. (hps)

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