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Hannover Messe: Mit Hightech und Innovationen gegen die Krise

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Geradezu beschwörend klingt die Devise, die in diesen Tagen so häufig zu hören ist: "Die Krise als Chance nutzen". Niemand weiß, wie lange die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg noch dauert – der Einbruch ist dramatisch. Und dennoch demonstriert die deutsche Industrie zu Beginn der Hannover Messe am Montag Zuversicht. "Deutschland wird nach dieser Krise stärker dastehen als zuvor", ist der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, überzeugt.

Mit Hightech und Innovationen will der Maschinen- und Anlagenbau – die Hauptbranche auf der weltweit größten Technologieschau – die schweren Zeiten bestehen und dem Niedergang der Nachfrage begegnen. Neue Roboter, mehr Energieeffizienz und moderne Informationstechnologien sollen Kosten senken und Deutschlands Fabriken im weltweiten Wettbewerb leistungsfähiger machen. Und der Branchenverband VDMA sieht bereits den berühmten Silberstreif am Horizont – ein Ende der Talfahrt könnte in Sicht kommen.

Bei technologischen Neuerungen gebe es durchaus noch Nachholbedarf, meinen Branchenkenner. In den vergangenen Boomjahren seien alle vorrangig damit beschäftigt gewesen, die Auftragslawine in den Griff zu bekommen. Aber in der Hektik des Booms sei auch manches auf der Strecke geblieben, sagt VDMA-Präsident Manfred Wittenstein. Das gelte beispielsweise für Innovationen bei internen Arbeitsprozessen. Gefragt seien dabei vor allem Investitionen in Anlagen, die die Material- und Energiekosten senken könnten.

Viele Unternehmen haben zwar ihre Investitionsprogramme gestrichen oder verschoben, die Abteilungen für Forschung und Entwicklung bleiben von den drastischen Sparpaketen aber oft unberührt. Viele – oft auch kleinere Unternehmen – hätten diese Abteilungen sogar kräftig gestärkt, sagt BDI-Chef Keitel und fordert wie auch andere eine steuerliche Forschungsförderung.

Die Elektrounternehmen etwa wollen mit 11 Milliarden Euro sechs Prozent mehr in die Forschung stecken, wie der Branchenverband ZVEI verkündete. Verbandschef Friedhelm Loh lobte die "Weitsicht" der Firmen. Denn ein Lieblingsprojekt aller ist derzeit das Elektroauto. Die Maschinenbauer wollen den Antriebsstrang liefern, die Elektrofirmen die Bordelektronik und die Batterien. Und alle versprechen sich gute Geschäfte angesichts der großen öffentlichen Diskussion um das Thema. Das Geld für die Entwicklung, so die stille Hoffnung, kommt dabei vom Staat – wenn schon nicht als direkte Förderung, so doch zumindest auf Umwegen.

Der Präsident des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), Joachim Schneider, sähe gerne Konjunkturprogramme für seine Branche. "Wir dürfen in der Krise nicht so tun, als wüchsen Innovationen auf der grünen Wiese und könnten bei Schönwetter gepflückt werden." Der BDI bleibt dagegen bei seinem Nein für weitere Pakete. Die bisherigen Programme seien ja noch nicht mal umgesetzt, sagt Keitel und mahnt zur Geduld: "Man kann bei einer schweren Infektion nicht jeden zweiten Tag das Antibiotikum wechseln, nur weil man noch keine Besserung merkt." (Eva Tasche, dpa und Daniel Schnettler, dpa-afx) /

Zur weltweit größten Industriemesse siehe auch:

(pmz)