Hardware-Langfinger verursachen Verkehrschaos

Ein Rechnerdiebstahl in der Verkehrsleitzentrale UOCT hat die Ampelsynchronisation in der Fünf-Millionen-Stadt Santiago de Chile lahmgelegt.

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Wie das Online-Magazin Wired berichtet, haben Einbrecher in der Nacht zum Donnerstag (25.4.2002) in der Fünf-Millionen-Metropole Santiago de Chile den Grundstein für ein Verkehrschaos gelegt, das wohl noch mindestens bis kommenden Montag andauern wird. Bei einem Einbruch in die Verkehrsleitzentrale UOCT stahlen sie zwei Server und fünfzehn Rechner, die den Verkehrsfluss lenkten. Ohne diese Rechner schalteten 800 der insgesamt 1800 Verkehrsampeln in der chilenischen Hauptstadt auf autonome, nicht synchronisierte Steuerung zurück, so dass keine grünen Wellen mehr den Verkehr entzerren.

Die Einbrecher scheinen gute Kenntnis des UOCT-Gebäudes und reichlich Gemütsruhe zu besitzen. Sie drangen über die zum Hinterhof gelegene Küche ein, deaktivierten die Alarmanlage und schalteten die Überwachungskameras aus. Beim Abbau der Rechner ließen sie sich Zeit: Nach Polizeiangaben rauchten die Täter einige Zigaretten, nahmen einen Imbiss zu sich und tranken Kaffee, bevor sie mit ihrer Beute im Wert von 90.000 US-Dollar abzogen. Als ironischen Coup de Grace sackten sie noch die Alarmanlage selbst ein, ließen aber die Monitore für die Verkehrsüberwachungskameras unangetastet. (ea)