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Hardware-Upgrade für Openmoko-Smartphones geplant

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Totgesagte leben länger: Openmoko legte das Community-Smartphone-Projekt GTA03 vor fast zwei Jahren endgültig zu den Akten, doch nun entwickelt die deutsche Firma Golden Delicious, die unter anderem schon den Openmoko Freerunner (GTA02) verkaufte, unter der Bezeichnung GTA04 ein neues Mainboard für das freie Smartphone. Ein erster Prototyp ist im Online-Shop bereits zu sehen und soll auch auf der FOSDEM in Brüssel am kommenden Wochenende gezeigt werden.

Das GTA04-Mainboard ist als Ersatz für das Original-Board des Openmoko Freerunner gedacht. Gehäuse, Akku, Display und Antennen des alten Geräts werden weiter benutzt. Das Board soll mit dem OMAP-3530-SoC (System on Chip) von Texas Instruments, dem Nachfolger des OMAP-3430 des Nokia N900, bestückt sein und zusätzlich ein HSPA-fähiges UMTS-Modem, WLAN, Bluetooth, einen FM-Transceiver, eine Kamera sowie GPS, Höhenmesser, Beschleunigungssensoren, einen Kompass und ein Gyroskop besitzen.

Derzeit gibt es einen funktionierenden Prototypen, zudem will Golden Delicious ein Early Adopter Kit vertreiben – das allerdings schon ausverkauft ist, noch bevor das erste produziert wurde. Die Einnahmen sollen zur Vorfinanzierung der Bauteile dienen. Die Kits sollen spätestens im März ausgeliefert werden. Wann das Mainboard in Stückzahlen erhältlich ist, steht noch völlig in den Sternen, genau wie der Preis.

Das GTA04 wäre das dritte Smartphone der Openmoko-Familie. Das Ur-Smartphone Neo 1973 alias GTA01 stellte Ende 2007 die Firma FIC auf der OpenSource-in-Mobile-Konferenz vor. Kurze Zeit später gliederte FIC die Entwicklung in die Firma Openmoko aus. Zielgruppe des Neo 1973 waren Entwickler, die Produktion wurde bereits nach wenigen tausend Geräten wieder eingestellt. Der Nachfolger Freerunner alias GTA02 kam Mitte 2008 in den Handel und ist nach wie vor lieferbar.

Viele Entwickler, die bereits am Neo mitgearbeitet hatten, waren enttäuscht, dass Openmoko sie nicht am Hardware-Design des Freerunners beteiligt hatte – andererseits gingen Openmoko erst das Geld und damit die Mitarbeiter aus, sodass Openmoko die Schaltpläne des Freerunners veröffentlichte und zusammen mit der Open-Source-Gemeinde den Nachfolger GTA03 entwickeln und produzieren wollte. Dazu kam es jedoch nicht: Openmoko begrub das Projekt im April 2009 zugunsten eines zunächst ominösen "Projekt B", dem WikiReader. Einige der entlassenen Openmoko-Mitarbeiter gründeten die Firma Qi Hardware und entwickelten den Pocket-Computer Ben NanoNote, der seit März 2010 auch in Europa verkauft wird. (mid)