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Hardware der Nintendo 3DS kostet 73 Euro

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Für seine Teardown-Analysen berechnet iSuppli die Herstellungskosten jeder einzelnen Komponente der 3DS.

(Bild: iSuppli)

Während Nintendo zu den Innereien des neuen Handhelds 3DS keine genaueren Angaben macht, hat der Analyse-Dienst IHS iSuppli das Gerät nun auseinandergenommen und die Produktionskosten der Hardware berechnet. Demnach kosten Bauteile, Zubehör und Verpackung des Geräts etwa 100 US-Dollar (rund 71 Euro). Hinzu kommen noch einmal rund 2,50 US-Dollar für den Zusammenbau, wodurch sich die Gesamtkosten laut iSuppli auf etwa 73,40 Euro belaufen. Nicht enthalten sind die Kosten für die Software, Lizenzen, den Vertrieb, die Lagerung und Werbung. Der Straßenpreis der 3DS beträgt hierzulande rund 250 Euro. Nintendo lässt dem Einzelhandel bei dessen Festsetzung jedoch freie Hand, sodass einzelne Händler die 3DS auch schon mal rund 30 Euro billiger anbieten.

Zum Vergleich: Für den Vorgänger DSi belaufen sich die Herstellungskosten laut iSuppli auf knapp 56 Euro, der Verkaufspreis liegt bei rund 150 Euro. Zieht man die Mehrwertsteuer ab, so liegt der Anteil der Hardware-Kosten am Verkaufspreis der DSi bei rund 44 Prozent, beim 3DS beträgt er nur noch 35 Prozent.

Kostenaufstellung der 3DS von iSuppli: Die Marge zum Verkaufspreis hat sich im Vergleich zur DSi deutlich erhöht.

(Bild: iSuppli)

Teuerste Bauteile der 3DS sind die Bildschirme. iSuppli schätzt die Kosten für den autostereokopischen 3,5-Zoll-TFT-Schirm (Sharp LS035T7LE38P) und des unteren resistiven 3,0-Zoll-Touch-Screen (Sharp LS030Q7DW48P) auf 33,80 US-Dollar -- rund 12 US-Dollar mehr als bei den monoskopischen DSi-Displays. Als Prozessor komme ein Dual-Core-ARM zum Einsatz, der laut iSuppli deutlich schneller rechne als der Single-Core-Chip der DSi. Der Prozessor steckt in einem SoC, der eigens für Nintendo entwickelt wurde. iSuppli vermutet Sharp als Lieferanten.

Der Hauptspeicher besteht den Analysten zufolge aus 64 MByte FCRAM plus 32 MByte LPDDR-RAM von Fujitsu. Hier widerspricht iSuppli einer Analyse von iFixit, die nach einer Röntgenaufnahme des Chips die Speicherkapazität des 3DS auf 128 MByte RAM beziffern. Das Fast Cycle RAM sei eine Spezialität von Fujitsu mit besonders hohem Datendurchsatz von 3.2 GByte/s bei einer Taktfrequenz von 200 MHz. iSuppli ist über dessen Verwendung erstaunt, weil Nintendo sich hier von nur einem japanischen Zulieferer abhängig mache. Zusammengebaut wird die Hardware des 3DS in China.

Beim Flash-Speicher greift Nintendo aber offensichtlich auf mindestens zwei Lieferanten zurück. Auf der von iSuppli analysierten Platine sind 2-GByte-NAND-Flash von Samsung zu sehen. Auf einem Foto von iFixit prangt auf dem gleichen Chip der Name Toshiba. Als Bewegungssensoren setzt Nintendo auf einen Beschleunigungssensor von ST Micro sowie ein Gyroskop von InvenSense. Erstaunlich günstig fallen die beiden VGA-Kameras (eine davon stereoskopisch) aus, die gerade einmal 4,70 US-Dollar kosten sollen. Sie seien laut iSuppli die billigsten ihrer Art und konnten dementsprechend im Test des Computermagazins c't wenig überzeugen. Bei der WLAN-Implementierung konnte Nintendo gegenüber der DSi sogar Kosten sparen, weil nun ein einzelner Fünf-Dollar-Chip von Atheros Verbindungen über IEEE 802.11b und g abdeckt.

Mehr Aufwand haben die Japaner bei der Stromversorgung betrieben und ein zusätzliches Power-Management von NEC eingebaut. Der 1300-mAh-Akku koste laut iSuppli rund 3,50 US-Dollar. iSuppli lobt die verbesserte Stromversorgung, allerdings liegt die Laufzeit der 3DS-Konsole mit 3 bis 4 Stunden deutlich unter der vorheriger Modelle. Für einen geringen Aufpreis hätte man hier einen noch stärkeren Akku einbauen können. (hag)

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