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Harsche Kritik an LKW-Mautsystem

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Hartmut Pohl, Direktor des Instituts für Informationssicherheit (ISIS) in Köln, hat erneut auf "Lücken und Risiken" beim vorgesehenen LKW-Mautsystem hingewiesen und deren sofortige Beseitigung gefordert. Das System müsse wegen erheblicher Sicherheitsmängel sofort abgeschaltet, neu gestaltet und mit einem verbesserten Sicherheitskonzept neu programmiert werden, fordert der Spezialist für Computerspionage und -sabotage.

In einer Mitteilung listet Pohl einige Fehler in der Software der Firma Toll Collect auf. Er bemängelt beispielsweise, dass keine gegenseitige Authentifizierung zwischen On-Board-Unit (OBU) und den Mautstationen stattfinde, es keine dezentrale Abrechnung im Benutzerbereich gebe, der Abhörschutz gering sei und die Abrechnungsvorgänge für LKW-Betreiber nicht oder nur schlecht überprüfbar seien.

Zudem meint er, die OBU sei über den GPS-Empfänger und das eingebaute GSM-Mobiltelefon angreifbar. Es könnten beispielsweise Abrechnungsdatensätze oder das GPS-Signal verändert werden. Auch ließen sich Viren oder Trojaner in das System einschleusen. Pohl weist auch darauf hin, dass die Betreiber mit dem System Bewegungsprofile von Fahrzeugen erstellen könnten, wie es eigentlich nur die Sicherheitsbehörden wie die Polizei tun dürften. Diese Überwachung sei über die OBU sogar europaweit möglich, sofern Mobilfunk auf GSM-Basis betrieben wird. (sko/c't) / (tol)