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Hartz IV-Software: 230 Millionen Euro Zusatzkosten

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Nach einer Analyse verschiedener parlamentarischer Anfragen kommt der schleswig-holsteinische Landkreistag zum dem Schluss, dass die Hartz-IV-Software A2LL jährliche Zusatzkosten von mindestens 230 Millionen Euro verursacht. Dies geht aus einem Schreiben des Landkreistages an die Landkreise hervor. Die zusätzlichen Kosten, die von den Arbeitsgemeinschaften der Sozialämter und Arbeitsagenturen zu tragen sind, beruhen auf der Annahme, dass die Bearbeiter mit der fehlerhaften Software 15 Prozent mehr Zeit investieren. Außerdem macht der Landkreistag darauf aufmerksam, dass nach Angaben der Bundesregierung von insgesamt 364 Millionen überzahlten Krankenkassenversicherungsbeträgen noch 75,6 Millionen Euro von den Kassen einbehalten wurden, weil über die Beträge keine Einigung erzielt werden konnte.

Vor diesem Hintergrund äußert der Landkreistag Kritik an der Entscheidung von Bundesregierung und Arbeitsagentur, an der zentralen webbasierten Software A2LL festzuhalten, obwohl sie bisher 48 Millionen Euro gekostet haben soll. Das sei fünffach höher als der ursprünglich angesetzte Betrag, heißt es in dem Schreiben. Der Landkreistag verweist dabei auf die Auskunft der Bundesregierung, dass sich die Bundesagentur für Arbeit (BA) am 15. Juli 2006 für die Beibehaltung des zentralisierten Ansatzes ausgesprochen und dafür plädiert habe, A2LL stärker in die Zielarchitektur der BA einzubinden. Das sei eine unverständliche Entscheidung.

Zur Hartz-IV-Software A2LL siehe auch:

(Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (anw)

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