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Hartz IV-Software: Deutliche Stabilisierung erwartet

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Die Bundesagentur für Arbeit hat am Montag eine neue Version der Software A2ll (Arbeitslosengeld-II -- Leistungen zum Lebensunterhalt) auf die Server gespielt. Sie soll nach Auskunft der Agentur zu einer deutlichen Stabilisierung der webbasierten Falleingabe führen. Weiter gab die Agentur bekannt, dass zwischen dem 20. Oktober und dem 20. November Produktionsstillstände von bis zu zehn Stunden am Tag aufgetreten seien. Zu diesen Langzeitausfällen gesellte sich zu allem Überfluss noch ein Schmorbrand, der einen weiteren Arbeitstag gekostet habe. Außerdem habe die Software häufig Nutzer aus dem System abgemeldet und teilweise erst nach mehreren Stunden wieder zum Login zugelassen. Auch diese Log-Krankheit soll von dem neuen Release kuriert worden seien.

Aus Berlin und Hannover meldeten BA-Sachbearbeiter indes noch am Montag Fehler, doch konnte noch nicht geklärt werden, auf welchem Softwarestand diese Fehler produziert wurden. Mit dem neuen Release scheint indes eine neue Offenheit in der Kommunikation eingekehrt zu sein. In der Vergangenheit hieß es nach Bekanntwerden der Fehler, dass entsprechende Fehlerberichte durch die Benutzer nicht der Realität entsprechen würden.

Um die verlorene Arbeitszeit einzuholen, hatte die Bundesagentur bereits die zulässige Login-Zeit mit der Zeitspanne von 6:30 bis 22:00 Uhr erheblich erweitert. Nun werde geprüft, ob diese Arbeitszeit noch einmal deutlich ausgeweitet werden könne, heißt es in Nürnberg. "Wenn alle Beteiligten weiter mit hoher Intensität daran arbeiten und das System stabil läuft, gehen wir nach wie vor davon aus, dass wir den Zeitplan einhalten und die neuen Leistungen rechtzeitig zum 1. Januar auszahlen können", so BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt gemäß der Pressemeldung.

Nach Angaben der Agentur sind bislang rund 1,1 Millionen Anträge auf Arbeitslosengeld II erfasst und bereits 600.000 Bescheide verschickt worden. Etwa 1,8 Millionen Anträge sollen von der Hartz-IV Software zentral erfasst werden, der Rest ist Sache der Kommunen, die für eine eigene Bearbeitung optioniert haben. Unter diesen "Optionskommunen" gibt es nach einem Bericht in der Montagsausgabe der Frankfurter Rundschau Unmut über die Haltung der Bundesagentur, die mit ihrem Verhalten den Eifer der Kommunen ausbremse.

Siehe zu dem Thema auch:

(Detlef Borchers) / (anw)