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Hartz IV-Software: Verzögerungen bei A2LL bestätigt

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Die seit Monatsanfang bekannte Panne bei der webbasierten Hartz IV-Software A2LL ist nunmehr eingestanden: Unter Berufung auf den Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtete die Berliner Zeitung, dass die Anpassung der Software an die neue Hinzuverdienst-Regelung zum 1. Oktober nicht fertig wird. Die Anpassung könne frühestens Anfang 2006 über die Bühne gehen, habe die für die Programmierung von A2LL zuständige T-Systems erklärt. Intern heißt es bei der Telekom-Tochter, dass die mit A2LL vertrauten Programmierer völlig überlastet seien.

Auf dem Jobgipfel hatten Regierung und Opposition vor drei Monaten unter anderem neue Hartz IV-Regeln beim Hinzuverdienst beschlossen. Ab dem 1. Oktober können Bezieher von Arbeitslosengeld II mehr hinzuverdienen als bisher. Damit sollte ein weiterer Anreiz geschaffen werden, reguläre Arbeit zu suchen. Solange der zusätzliche Verdienst nicht in der Software eingetragen werden kann, müssen ihn die Fallmanager in den mit A2LL arbeitenden Agenturen in der Papierakte vermerken. Bei der Bundesagentur sind 700.000 Menschen als Hinzuverdiener registriert.

Unterdessen meldet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer morgen erscheinenden Ausgabe, dass ein internes Papier der BA etliche Schwachstellen in der Betreuung der Bezieher und einen erheblichen Nachsteuerungsbedarf bei den Jobcentern festgestellt habe. Wirtschaftsminister Clement und BA-Chef Weise sollen sich am kommenden Montag treffen und über eine Verbesserung bei der Vermittlung von Arbeitslosen durch die Jobcenter beraten. Deren Kompetenz solle deutlich gestärkt werden.

Zur Hartz IV-Software A2LL siehe auch:

(Detlef Borchers) / (Detlef Borchers) / (jk)

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