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Hausdurchsuchung nach Welle von Mahnungs-Mails

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und der Polizeidirektion Bayreuth haben die Ermittlungsbehörden am Freitag die Wohnung eines Mannes durchsucht, der rund 30.000 Mahnschreiben per E-Mail verschickt hatte. Die Bayreuther Ermittler nahmen den Absender der Mail fest und stellten Computer sicher. Die Daten auf dem Internet-Server des Beschuldigten wurden ebenfalls gesichert.

In einer ersten Vernehmung gab der EDV-Dienstleister allerdings an, beim Versenden einer Mahnung versehentlich statt der Adresse seines Kunden eine E-Mail-Verteilerliste, die rund 30.000 Adressen enthielt, ausgewählt zu haben. Erst im Laufe des Vormittags sei er durch Anrufe von Empfängern der E-Mail auf das von ihm behauptete Versehen aufmerksam gemacht worden. Er habe daraufhin bei der Polizei angerufen und sich erkundigt, was er machen könne.

Da dieser Anruf nachvollzogen werden konnte, wurde der Beschuldigte nach Abschluss der Vernehmungen auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungsbehörden prüfen nun "die Einlassung des Beschuldigten", um zu entscheiden, ob "ein sog. strafbefreiender Rücktritt vom Versuch, § 24 StGB vorliegt". Woher die rund 30.000 Adressen auf dem E-Mail-Verteiler stammten, bleibt aber weiterhin unklar -- einige Empfänger der angeblich fehlgeleiteten Mahn-Mail berichten, dass die angeschriebenen Mail-Adressen lediglich für einmalige Zwecke eingerichtet oder nur in Usenet-Diskussionsgruppen verwendet wurden. (wst)

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