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Technology Review

Haushaltsstudie: Die schädlichen Folgen sozialer Netze

Jährliche Haushaltsbefragungen in Italien lieferten Daten für die erste repräsentative Studie zu Facebook, Twitter und Co.

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Haushaltsstudie: Die schädlichen Folgen sozialer Netze

Facebook-App auf dem iPhone.

(Bild: Hersteller)

Soziale Netzwerke im Internet durchdringen immer stärker unser Leben. Allerdings zeigen mehrere Studien, dass sie eindeutig schädliche Folgen haben können. Insgesamt sind die wissenschaftlichen Aussagen zu dieser Frage jedoch widersprüchlich. Zudem basieren sie zumeist auf ähnlichen Gruppen von Testpersonen, etwa Studenten in den ersten Semestern.

Fabio Sabatini von der Universität Rom und Francesco Sarracino von der Staatlichen Statistikbehörde (Statec) in Luxemburg haben das Thema systematischer untersucht, berichtet Technology Review. Dazu nahmen sie sich Daten aus der jährlichen Befragung von 24000 Haushalten durch das italienische Statistikamt vor – die Daten betreffen das ganze Land und sind repräsentativ. Unter anderem werden die Haushaltsmitglieder gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind. Damit ist ein gut etabliertes Maß für das Wohlbefinden berücksichtigt. Daneben wird erfasst, wie oft die Befragten Freunde treffen und ob sie glauben, dass Menschen vertrauenswürdig sind. Die Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter wird ebenfalls abgefragt.

Wie Sabatini und Sarracino feststellten, kann Online-Networking positiv für das subjektive Wohlbefinden sein – wenn es zu mehr realen Kontakten führt. Gleichzeitig aber sinkt durch Sozialnetz-Nutzung das Vertrauen in andere Menschen. Die Gesamtwirkung auf das individuelle Wohlbefinden ist laut den Forschern "signifikant negativ".

Damit liegt zum ersten Mal eine landesweite und repräsentative Studie über die Wirkung von sozialen Netzwerken vor. Besonders heben Sabatini und Sarracino die Folgen von Diskriminierung und Hasstiraden in sozialen Medien hervor: Diese hätten großen Einfluss auf Vertrauen und Wohlbefinden der Nutzer. Bessere Moderation könne deshalb erheblich dazu beitragen, dass es Nutzern von sozialen Netzwerken besser geht. Facebook, Twitter und all die anderen sollten also aufpassen. (TR Online) / (bsc)

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