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Hautpflaster überwacht Herz

US-Forscher haben einen dünnen Gesundheitssensor entwickelt, der 24 Stunden lang auf der Haut getragen werden kann.

Ein neuer Körpersensor soll wertvolle medizinische Hinweise auf verschiedene Krankheiten unter anderem aus dem kardiologischen Bereich liefern, Patienten dabei aber kaum stärker belästigen als ein normales Pflaster. Entwickelt wurde das "Epidermal Photonic Device" (EPD) von Forschern der Northwestern University und der University of Illinois (DOI: 10.1038/ncomms5938), berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Der Prototyp besteht aus einem elastischen, etwa fünf Quadratzentimeter großen Kunststofflappen mit rund 3600 Flüssigkristall-Fühlern, die ihre Farbe je nach Temperatur verändern und selbst nur einen halben Quadratmillimeter groß sind. Das entstehende Muster können Träger mit einer Digitalkamera abfotografieren und mit einem Algorithmus auswerten. So lassen sich Temperaturänderungen von 50 Millikelvin erkennen.

Aus den Daten können Ärzte schließen, wie gut die Durchblutung ist, etwa um eine Hyperämie (übermäßiges Blutangebot) zu diagnostizieren. Das funktioniert zwar auch mit Infrarotdetektoren, aber die sind fest in Krankenhäusern installiert und nicht transportabel. Zudem sind die Pflaster sehr preiswert.

John A. Rogers, Professor für Material- und Ingenieurwissenschaften an der University of Illinois und Co-Autor der Studie, meint, das Verfahren sei das erste Beispiel photonischer Sensoren für die Oberhaut. "Diese Technik erweitert die möglichen Funktionen auf der Haut aufgebrachter Geräte über das hinaus, was mit Elektronik allein möglich ist."

Neben Ärzten könnten sich auch Verkäufer von Kosmetika für die Erfindung interessieren. Diese könnten die Trockenheit der Haut in einem bislang nur mit sehr teurer Technik möglichen Detailgrad messen, um dann mit passenden Cremes und Tinkturen Abhilfe zu schaffen.

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