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Heimelektronik: Umsatz mit TV-Geräten sackt ab

Umsatz in Höhe von 4,1 Milliarden Euro bedeutet Minus von 3,9 Prozent: 70 Prozent der gekauften Geräte sind größer als 45 Zoll, OLEDs sind gefragt

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Fernseher

(Bild: dpa, Caroline Seidel/Archiv)

Immer größer und mehr OLEDs: Der deutsche Fernsehmarkt 2018 hatte vor allem zwei große Trends. Diese konnten aber nicht verhindern, dass der Absatz absackte. Der Umsatz mit TV-Geräten sank um 3,9 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro, wie die Branchengesellschaft gfu mitteilte. Der Markt für Heimelektronik insgesamt hat dagegen leicht zugelegt – 42,4 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 2 Prozent. Maßgeblich dazu beigetragen hat dabei wieder die Nachfrage nach Smartphones.

Die klassische Unterhaltungselektronik verzeichnete einen Rückgang um 6,6 Prozent auf knapp 9,3 Milliarden Euro. "Das klingt erstmal relativ dramatisch, aber letztes Jahr gab es einige Sondereinflüsse", sagte gfu-Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Kamp der Nachrichtenagentur dpa. 2017 sei die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD erfolgt sowie die analoge Signalübertragung in vielen Gebieten abgeschaltet worden. In der Folge hätten sich Nutzer eine Settop-Box zugelegt oder eben gleich ein neues TV-Gerät. "Wenn man das dann vergleicht, ergibt es schon ein etwas anderes Bild."

Insgesamt würden aktuell rund 70 Prozent des Umsatzes mit TV-Geräten gemacht, deren Displays größer als 45 Zoll sind. "Die Geräte werden immer größer und immer schärfer, acht Millionen Bildpunkte gehören inzwischen zum Standard", sagte Kamp. TV-Geräte mit OLED-Bildschirm verzeichneten demnach einen Zuwachs von 71 Prozent. "Das treibt den Durchschnittspreis und sorgt dafür, dass der TV-Markt im Wert stabil bleibt." Erstmals verzeichnete das Segment der Elektro-Großgeräte wie etwa Kühlschränke ein leichtes Minus.

Insgesamt habe sich der Markt jedoch besser entwickelt als ursprünglich prognostiziert, sagte Kramp. Die Sparte mit privat genutzten Telekommunikationsprodukten legte demnach um satte 12,4 Prozent auf einen Umsatz von 12,3 Milliarden Euro zu. Dies sei aber vor allem den höheren Preisen der Geräte geschuldet, betonte Kamp. Bei der Stückzahl wuchs der Markt lediglich um 0,3 Prozent auf 23 Millionen Geräte. Der Durchschnittspreis pro Smartphone erhöhte sich demnach um 12,1 Prozent auf 489 Euro. Ähnliche Zahlen hatte kürzlich der Branchenverband Bitkom vorgelegt - kam aber auf einen Geräte-Durchschnittspreis von 444 Euro.

Insgesamt erwartet die gfu im laufenden Jahr eine stabile Entwicklung über alle Gerätekategorien. Die ersten acht Wochen seien recht positiv gestartet. Auch der Markt mit Smartphones werde sich weiter positiv entwickeln, schätzt Kamp. (rbr)