Herzrhythmusstörung: Smart-Watch-App erkennt frühzeitig Vorhofflimmern

Laut einer Studie an über 400.000 Apple-Watch-Trägern kann die EKG-App recht zuverlässig auf Vorhofflimmern hinweisen. Die Analyse hat aber Schwächen.

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(Bild: dpa, Kay Nietfeld/Archiv)

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Die an die Apple Watch gekoppelte EKG-App, die Anzeichen für die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern aufspüren soll, generiert vergleichsweise wenig Fehlalarme. Dies geht aus den Ergebnissen einer jetzt im Fachjournal "The New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie hervor, die Forscher der kalifornischen Stanford-Universität gemeinsam mit einem Team von Apple durchgeführt haben. Für die Untersuchung willigten über 400.000 Uhrenträger über acht Monate hinweg ein, ihre Pulsdaten über die Anwendung mithilfe nicht öffentlich zugänglicher Apple-Algorithmen auswerten zu lassen und bei Verdacht auf Vorhofflimmern telemedizinisch kontaktiert zu werden.

Auf erste Kennzahlen aus der von Apple finanzierten Studie hatte der IT-Konzern bereits im Rahmen der Verfügbarkeit der App in Staaten wie Deutschland im März hingewiesen. Nun können Experten mit dem Artikel das gesamte Studiendesign und Details der Analyse begutachten. Hervor geht aus der Publikation etwa, dass der Hersteller mithilfe des Algorithmus' Betroffene benachrichtigt, wenn dieser fünf von sechs empfangenen Signalen als unregelmäßig ausmacht.

Im Verlauf des Experiments war dies bei insgesamt 2161 Personen beziehungsweise 0,52 Prozent der Teilnehmer der Fall. Diese erhielten per Post ein mobiles EKG-Messgerät in Form eines Pflasters, das sie sieben Tage lang tragen sollten, um den Verdacht auf Vorhofflimmern zu erhärten. 450 Personen schickten das Pflaster zurück, von denen sich bei 153 (34 Prozent) die erste "Diagnose" tatsächlich bestätigte. Von den per App Benachrichtigten nahm etwa die Hälfte auch an einer anschließenden Umfrage teil. 76 Prozent gaben dabei an, auf den Hinweis der Smart Watch hin weitere medizinische Hilfe gesucht zu haben.

Insgesamt hatte die Studie unerwartet geringe Rücklaufquoten, was die Aussagekraft der Daten infrage stellt. Ferner waren die meisten Teilnehmer sozioökonomisch besser gestellt sowie jünger und damit nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Diese und weitere Kritikpunkte griffen andere Wissenschaftler bereits in einem Kommentar auf. Gleichzeitig bezeichneten sie die Methode der breit angelegten Untersuchung aber als "wegweisenden Durchbruch".