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Hewlett-Packard soll sich aufspalten

Hewlett-Packard will sich in zwei Unternehmen teilen, eines für das Geschäft mit PCs und Druckern, das andere für Dienstleistungen und Hardware für große Unternehmen. Das meldet das Wall Street Journal.

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Hewlett-Packard (HP) will sich neu definieren: Die Sparten für PCs und Laptops sowie Drucker sollen in ein separates Unternehmen abgespalten werden. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf namentlich nicht genannte Eingeweihte. Der Plan könne schon an diesem Montag offiziell werden, umgesetzt werden könnte er 2015, wenn die Aktionäre zustimmen.

Die Teilung würde zwei etwa gleich große Firmen ergeben, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn vor Steuern. Die Aktien der neuen Firma sollen auf die bestehenden HP-Aktionäre aufgeteilt werden. Das dürfte eine Besteuerung der Umstrukturierung vermeiden.

HP-Chefin Meg Whitman möchte in beiden Firmen Funktionen bekleiden.

(Bild: HP)

Die wichtigsten Posten sind laut Wall Street Journal schon vergeben: CEO der Ausgründung werde der aktuelle Vizepräsident Dion Weisler, der schon jetzt für die PC- und Druckersparten verantwortlich zeichnet. Whitman bleibe CEO der alten HP, soll aber auch den Verwaltungsrat der Neugründung leiten. Die Leitung des Verwaltungsrates der alten HP wiederum übernimmt demnach das derzeitige Verwaltungsratsmitglied Patricia Russo. Unter anderem war Russo früher CEO von Alcatel-Lucent.

Kein Kommentar von HP

HP wollte den Bericht gegenüber US-Medien nicht kommentieren. Der Konzern ist in sechs Sparten organisiert: Personal Systems (PCs und Laptops), Drucker, Enterprise Group (Server, Datenspeicher und damit verbundene Hardware für große Unternehmen), Enterprise Services (Dienstleistungen für große Unternehmen), Software sowie HP Financial Services. Letztere gewährt HP-Kunden Kredite, damit diese bei HP einkaufen (können).

Personal Systems ist die umsatzstärkste Sparte, weist aber mit zuletzt vier Prozent auch die geringste Marge auf. Dafür sind Drucker mit mehr als 18 Prozent ziemlich profitabel; nur die vergleichsweise kleine Software-Abteilung hat mit gut 21 Prozent eine noch höhere Marge. Das Finanzjahr 2014 endet bei HP am 31. Oktober, die Ergebnisse sollen am 25. November veröffentlicht werden. Das dritte Quartal hatte zwar einen kleinen Umsatzanstieg, aber auch einen deutlichen Gewinnrückgang gebracht.

Die HP-Aufsplittung würde dem Beispiel bekannter Branchenkollegen folgen. Erst vor Kurzem hat eBay die Abspaltung von Paypal bekannt gegeben, IBM hat sein Hardware-Geschäft an Lenovo verkauft. EMC überlegt angeblich den Verkauf oder die Abspaltung von VMware. HP und EMC sollen auch erfolglos über eine Fusion verhandelt haben.

Update 6.10.2014, 14.25 Uhr: HP hat die durchgesickerte Nachricht in einer Mitteilung bestätigt. Meg Whitman soll CEO und Präsidentin von Hewlett-Packard Enterprise werden, Dion Weisler die Posten bei HP Inc. besetzen, das sich um PCs, Laptops und Drucker kümmern soll. (ds)

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