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Hewlett-Packard vs. Oracle: Rechtsstreit um Itanium-Unterstützung

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Hewlett-Packard macht Ernst mit seiner jüngst ausgesprochenen Drohung und verklagt seinen ehemaligen guten Partner Oracle. HP verlangt, dass Oracle mit seiner Software weiterhin die Itanium-Server-Prozessoren unterstützt.

Die CPUs arbeiten in vielen Server-Systemen von HP. Oracle sieht die Prozessoren indes als Auslaufmodell an. HP dagegen versprach seinen Kunden noch im März dieses Jahres, die Entwicklung und Modernisierung der Integrity Server mit Itanium-CPUs über die nächsten zehn Jahre hinaus fortzuführen. Die Unterstützung für die IA64-CPUs ist aber in der Industrie nicht mehr weit verbreitet: Microsoft etwa kündigte bereits im April 2010 an, keine weitere Software für die CPUs mehr zu programmieren. Unisys als einer der größten Server-Hersteller verabschiedete sich bereits 2009 vom Itanium.

HP reichte nun am gestrigen Mittwoch Klage vor einem Gericht im kalifornischen Santa Clara ein, nachdem ein Brandbrief an Oracle in der vergangenen Woche nichts bewirkt hatte. "HP wird alle rechtlichen Möglichkeit ausschöpfen, um die Interessen seiner Kunden zu schützen", teilte der Konzern mit. Oracle sei gegenüber HP und den betroffenen mehr als 140.000 Kunden wortbrüchig geworden. "HP ist der Überzeugung, dass Oracle rechtlich dazu verpflichtet ist, mit seiner Software die Itanium-Plattform zu unterstützen."

Die Ankündigung von Oracle, Itanium-CPUs nicht mehr zu unterstützen, verletze rechtlich bindende Vereinbarungen mit HP und mit den Kunden der HP-Oracle-Plattform, betonte HP. Außerdem glaube man, die Ankündigung sei ein rechtswidriger Versuch Oracles, die Kunden der HP-Itanium-Systeme zu Oracles eigenen Plattformen zu drängen. Oracle hatte den Server-Spezialisten Sun übernommen und versucht seitdem, den Firmenkunden seine Software samt der passenden Hardware zu verkaufen. (jk)