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High-End-Kopfhörer: Viel teurer heißt manchmal trotzdem schlechter

Heutzutage bekommt man bereits für 200 bis 300 Euro richtig gute Kopfhörer. Aber was bringt es, wenn man das Fünf- bis Zehnfache ausgibt?

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High-End-Kopfhörer: c't vergleicht acht Modelle bis 2400 Euro

(Bild: c't)

Trotz extrem hoher Preise klingen High-End-Kopfhörer nicht automatisch besser, sondern teilweise sogar schlechter als der deutlich billigere Mittelklasse-Kopfhörer. Das ist ein Ergebnis eines Tests von acht High-Endkopfhörer zu Preisen zwischen 700 und 2400 Euro in der in der aktuellen Ausgabe 17/2018 der c't. Sie mussten dabei ihre Klangqualität im direkten Vergleich mit dem Sennheiser HD 600 beweisen, der für seinen ausgeglichenen Frequenzgang bekannt und für rund 300 Euro im Handel erhältlich ist.

Zur Analyse wurden alle Kopfhörer mit einem Kunstkopf vermessen. Da das menschliche Gehör Lautstärken mitunter anders wahrnimmt als ein Messmikrofon, wurden die Kopfhörer zusätzlich einer aufwändigen Höranalyse mit Terzbändern unterzogen. Im Vergleich mit dem HD 600 wurde somit deutlich, welche Frequenzbereiche auf einem Modell lauter oder leiser klangen. Anhand der Diagramme kann jeder Leser selbst entscheiden, ob er zum Beispiel einen Kopfhörer mit einem kräftigeren oder schwächeren Bass bevorzugt.

Im Hörtest mit verschiedenen Musikgenres achteten die Testhörer nicht nur auf die Abstimmung des Frequenzgangs, sondern auch auf die Detailwiedergabe und die räumliche Staffelung.

Trotz der zum Teil erheblich höheren Preise konnten nur wenige High-End-Kopfhörer an dem Mittelklassemodell vorbeiziehen. Zwei Modelle von Sennheiser trumpften mit einer besonders guten Detailwiedergabe und Räumlichkeit auf. Die Tester bemängelten jedoch eine etwas schwache Basswiedergabe (HD 800 S) oder dünne Stimmen (HD 820).

Andere Modelle etwa von Audeze überzeugten mit einem kräftigen und sauberen Bass, klangen im Vergleich zum HD 600 jedoch dumpf in den Höhen. Ein Kandidat von Ultrasone setzte auf eine besondere Anordnung der Wandler, um die Räumlichkeit zu verbessern. Im Hörtest bemängelten die Tester jedoch unausgeglichene Mitten und zu scharf klingende Höhen. Zwei Modelle von Beyerdynamic und AKG stellten ihren Frequenzgang elektronisch individuell auf den Zuhörer ein – mit gemischten Ergebnissen.

Trotz der extrem hohen Preise klangen vier der insgesamt acht High-End-Kopfhörer in den Ohren der Testhörer schlechter als der deutlich billigere Mittelklasse-Kopfhörer. Ein Modell mit aktiver Geräuschunterdrückung rauschte sogar permanent.

Welche Abstimmung Zuhörer bevorzugen, liegt an eigenen Hörvorlieben und verschiedenen Musikgenres. In jedem Fall sollte man Kopfhörer in der näheren Wahl mit eigenen Ohren vergleichen – vor allem in diesen Preisregionen. Ein hoher Preis ist keine Garantie für gute Klangqualität.

Lesen Sie dazu ausführlich bei c't:

(hag)

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