Menü

Highend-Smartphones Samsung Galaxy S8 und S8+: Mehr Display und Desktop-Modus

Nun sind Galaxy S8 und S8+ offiziell vorgestellt, unser erster Eindruck: So konsequent hat Samsung das Konzept "Großes Display, kompaktes Gehäuse" noch nie umgesetzt. Assistent Bixby bekommt eine eigene Taste, ist aber hierzulande zum Start nicht nutzbar.

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 739 Beiträge
Samsung Galaxy S8 und S8+
Anzeige
Samsung Galaxy S8 G950F schwarz
Samsung Galaxy S8 G950F schwarz ab € 394,–

Endlich tut sich wieder etwas in Sachen Smartphone-Design: Dass die Displays von Handy-Generation zu Handy-Generation immer größer werden, ist nichts neues. Doch Samsung hat es beim Galaxy S8 und S8+ geschafft, große Bildschirme in vergleichsweise kompakte Gehäuse zu bauen. Um das zu ermöglichen, sind alle Knöpfe von den Vorderseiten zugunsten der Anzeige verschwunden.

Das Galaxy S8 wird es in zwei Varianten geben. Schon die Standard-Version hat eine Bildschirm-Diagonale von satten 5,8 Zoll; das S8+ setzt mit 6,2 Zoll noch einen drauf. Entsprechend unterscheiden sich Größe, Gewicht und Akku der beiden Modelle. Für beide gilt: Kein anderes Smartphone fällt so kompakt und handlich aus und bietet gleichzeitig so viel Bildfläche. Der Vorgänger Galaxy S7 Edge wirkte im kurzen Vergleichstest plump – als hätte er verschwenderisch große Display-Ränder.

Während es den Vorgänger in einer normalen und in einer Edge-Version gab, sind S8 und S8+ grundsätzlich "Edge" – sprich: Die seitlichen seitlichen Display-Ränder sind leicht nach hinten gebogen. Dadurch wirkt der Display-Rand noch dünner. Wie bei den Edge-Vorgängern ist das Samsung-eigene Rand-Menü installiert, das mit einem Fingerwisch von der Seite ins Display beispielsweise die Lieblingskontakte, das Wetter oder einfach ein Lineal einblendet. Die Gehäuse sind nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt – genau wie die Vorgänger.

Der Bildschirm von Galaxy S8 und S8+ zeigt insgesamt die ungewöhnliche Auflösung von 2960 × 1440 Bildpunkten mit 570 beziehungsweise 529 dpi, die primären Bildinhalte aber im 18:9- beziehungsweise 2:1-Format, also mit den etablierten 2560 × 1440 Pixeln. Die restlichen Bildpunkte belegen die Android-Schaltflächen, die am unteren Bildschirmrand eingeblendet werden. Denn für den eigentlich Samsung-typischen mechanischen Home-Button ist kein Platz mehr auf den dünnen Display-Rändern.

Mit der Design-Entscheidung musste auch der in den Knopf integrierte Fingerabdrucksensor von der Front weichen und an die Geräte-Rückseite wandern. Er sitzt nun neben der Kameralinse und ist gut zu erreichen, solange man das Smartphone in der Hand hält. Liegt das Gerät hingegen auf dem Tisch, ist der Sensor nicht erreichbar. Alternativ kann man das S8 per Iris-Erkennung entsperren. Allerdings funktioniert das wie schon bei den Vorgängern eher unzuverlässig – die Frontkamera muss den richtigen Abstand zum Gesicht haben und es muss hell genug sein.


An der Gehäuseseite ist ein weiterer Knopf dazugekommen: der Bixby-Button. Bei Bixby handelt es sich um Samsungs neuen hauseigenen Assistenten, der Google Assistent, Apple Siri & Co. Konkurrenz machen soll und ähnliche Aufgaben übernimmt. Bixby versteht Sprachkommandos wie die Konkurrenz, beispielsweise Fragen nach dem Wetter, aber auch Befehle wie "Show this on TV" oder "Open the Gallery".

Die Entwickler betonten, dass die Software auch kontextbezogen reagiert und den Nutzer versteht, wenn er beispielsweise befiehlt "Delete this photo" – hier hapert es bei anderen Assistenz-Apps. Ähnlich wie Google Now umfasst Bixby auch eine Übersicht aus Kacheln, wo alle häufig genutzten Anwendungen und regelmäßig abgefragten Infos gesammelt werden. Produkte und Orte erkennt Bixby mithilfe der Kamera und ruft automatisch weitere Infos oder passende Online-Angebote auf.

Noch einen Assistenten neben Google Assistent, Amazon Alexa und Apple Siri zu etablieren, wird für Samsung eine Mammut-Aufgabe – trotz der pfiffigen Idee des Hardware-Buttons. Während der Präsentation konnte uns Bixby zumindest noch nicht vollständig überzeugen. Der größte Haken ist, dass Bixby hierzulande zum Verkaufsstart des Galaxy S8 noch nicht verfügbar sein wird. Die Software versteht bislang nur Koreanisch, Chinesisch und Englisch. Drückt man auf einem hierzulande gekauften S8 den Bixby-Button, bekommt man lediglich Infokacheln zu sehen. Wann man den Assistenten auch hier nutzen kann, konnte Samsung noch nicht sagen.

Ebenfalls installiert ist die App Samsung Connect, die vor allem Smart-Home-Geräte verwaltet – zum Beispiel Staubsauger-Roboter, Philips-Hue-Lampen oder den Fernseher. Der Funktionsumfang geht ein wenig über das hinaus, was Apple und Google Home bieten. Es lassen sich beispielsweise automatische Regeln mit mehreren Geräten erstellen.

Als Betriebssystem ist das nicht mehr ganz frische Android 7.0 installiert (aktuell: 7.1). Die Bedienoberfläche hat der Hersteller seinen Vorstellungen entsprechend angepasst. Wer ein anderes Android-Gerät von Samsung besitzt, wird den Look sofort wiedererkennen. Dem aktuellen Trend folgend, hat Samsung das App-Menü von den Homescreens entfernt. Doch im Gegensatz zu anderen Herstellern ist es weiterhin ohne Änderung der Einstellungen verfügbar: Streicht man vom unteren Teil des Bildschirms in den oberen öffnet sich die App-Übersicht. Im Kurztest funktionierte die Geste intuitiv und zuverlässig. Ansonsten sind wieder eine Reihe von Samsung-Apps und Microsoft-Office-Apps installiert, die sich voraussichtlich nicht deinstallieren, sondern nur verstecken lassen.

Zum Laden nutzen die S8-Modelle einen USB-Typ-C-Stecker; alternativ kann man die Geräte kabellos per Qi laden. Auch eine Klinkenbuchse für handelsübliche Kopfhörer ist eingebaut. Den Smartphones liegen In-Ear-Kopfhörer von AKG bei – AKG gehört zu Harman/Kardon, die wiederum seit 2016 zu Samsung gehören.

Beim Prozessor handelt es sich um einen Achtkerner mit viermal 2,3 GHz und viermal 1,7 GHz. Hierzulande wird Samsung eine hauseigene-Exynos-CPU einbauen. In anderen Regionen kommt voraussichtlich ein Qualcomm Snapdragon 835 zum Einsatz. Der RAM-Speicher wird 4 GByte groß sein. Zwar haben Konkurrenten schon 6 oder gar 8 GByte eingebaut, ein spürbarer Vorteil ergab sich dadurch aber bislang nicht. 64 GByte Flash-Speicher dürfte auch den meisten Nutzern genügen. Zur Ergänzung ist ein MicroSD-Slot eingebaut.

In Sachen Akku hat sich gegenüber den Vorgängern nicht wirklich viel getan: Das "normale" S8 bringt wie das S7 3000 mAh mit, das S8+ 3500 mAh – 100 mAh weniger als das S7 Edge und genausoviel wie das Note 7.

Vergleichsweise unspektakulär kommen die Kameras daher – Spielereien wie doppelte Linsen oder monochrome Zweitkameras gibts beim S8 nicht. Da die Schnickschnack-freie Kamera des Vorgängers S7 aber bereits zu den besten Smartphone-Kameras gehörte und weiterhin gehört, lässt es sich leicht auf diese Zusatzfunktionen verzichten.

Als Hauptkamera ist wieder ein 12-Megapixel-Modell eingebaut mit optischen Bildstabilisator, Laser-Fokus und einer Blende von f/1.7. Die Auflösung der Frontkamera beträgt nun 8 Megapixel bei einer Blende von ebenfalls f/1.7. Auch sie hat einen Autofokus eingebaut.

Zusammen mit den beiden Smartphones gibt es einiges neues Zubehör. Am interessantesten ist die Dockingstation DeX, die das S8 zum Desktop-Rechner mit Bildschirm, Tastatur und Maus machen soll. Sie verfügt über Display-, USB- und LAN-Anschluss. Steckt man das Smartphone ins DeX, schaltet es in einen speziellen Desktop-Modus und zeigt auf dem angeschlossenen Bildschirm eine Bedienoberfläche, die mit Programmverknüpfungen und Taskleiste an die klassischer Desktop-Systeme erinnert. Es lassen sich mehrere Apps gleichzeitig in verschiebbaren Fenstern öffnen, deren Größe einstellbar ist. Auch der Programmwechsel mithilfe von Alt+Tab funktioniert.

Generell funktionieren alle Android-Apps auf der Oberfläche, aber nur ausgesuchte Windows-Programme. Einige professionelle Desktop-Programme beispielsweise von Citrix können auf das S8 gestreamt werden und bedienen sich dann angeblich wie ihre Windows-Vorbilder.

DeX gibt das Bild stets in 16:9 und Full-HD-Auflösung aus. Da die Berechnung der parallel laufenden Anwendungen viel Rechenleistung benötigt, arbeitet die Hardware des Smartphones meist unter Volldampf. Um die Abwärme abzutransportieren, hat DeX einen ständig laufenden Lüfter eingebaut. Die eigentlichen Smartphones-Funktionen kann man weiterhin nutzen und beispielsweise Telefonate per Bluetooth-Headset oder Freisprechfunktion annehmen.

Das Samsung Galaxy S8 und S8+ wird es in den Farben Schwarz, Grau und Silber geben. Die Vorderseite ist bei allen Modellen schwarz. Bis zum 19. April kann man die Geräte für 799 Euro (S8) beziehungsweise 899 Euro (S8+) in Samsungs Onlineshop vorbestellen. Ab dem 28. April werden sie ausgeliefert und auch in anderen Geschäften erhältlich sein.

Modell Samsung Galaxy S8 Samsung Galaxy S8+
Betriebssystem Android 7.0
Prozessor / Kerne Exynos 8895 / 4 x 2,3 GHz + 4 x 1,7 GHz
Arbeitsspeicher 4 GByte
Flash-Speicher 64 GByte
Wechselspeicher / max. MicroSDXC / 256 GByte
Display 5,8 Zoll AMOLED 6,2 Zoll AMOLED
Auflösung 2960 x 1440 (570 dpi) 2960 x 1440 (529 dpi)
Hauptkamera 12 MP OIS (F1.7)
Frontkamera 8 MP (F1.7)
LTE Cat 16 max. 1 GBit/s
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac mit VHT80 MU-MIMO
Bluetooth 5.0
Navigation GPS, Glonass, Beidou, Galileo
USB-Anschluss Typ-C
Akkukapazität 3000 mAh 3500 mAh
Abmessungen (H x B x T) 149 mm x 68 mm x 8 mm 160 mm x 73 mm 8 mm
Gewicht 152 g 173 g
Farbvarianten grau, schwarz, silber
Preis (UVP) 799 Euro 899 Euro

(hcz)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige