Hightech-Produktion bedroht Gorilla-Bestand

Der Abbau des für die Hightech-Industrie wichtigen Tantal-Erzes Coltan soll die kleine Population von Grauer-Gorillas im Kongo bedrohen.

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Von
  • Daniel Lüders

Der Abbau des für die Hightech-Industrie wichtigen Tantal-Erzes Coltan bedroht nach Darstellung der Naturschutzorganisation Pro Wildlife die kleine Population von Grauer-Gorillas in der Demokratischen Republik Kongo. Mehr als 10.000 Minenarbeiter sollen derzeit im Ka-huzi-Biega-Naturschutzgebiet Jagd auf bedrohte Tierarten machen, um ihren Nahrungsbedarf decken zu können. Dr. Sandra Altherr, Sprecherin von Pro Wildlife, meinte gegenüber heise online, dass der Erzabbau durch die Konflikt-Parteien des Bürgerkrieges, der momentan in dem Land wüte, besonders vorangetrieben werde, da man Geld für Waffen und militärische Ausrüstung benötige. Durch den gesteigerten Erzabbau sei der Bestand an Grauer-Gorillas bereits von 8.000 auf knapp 1.000 Tiere gesunken.

Die Weltnaturschutzgesellschaft IUCN warnte bereits vor einem Verlust des Artenreichtums in dem von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärten Park. "Es ist nicht auszuschließen, dass die Zerstörung der Artenvielfalt von den Kriegsparteien sogar gewollt ist", befürchtete Dr. Altherr. Denn wenn der Park erst einmal verwüstet und wertlos geworden sei, stehe der lästige Schutzstatus nicht länger im Weg. Pro Wildlife appelliere deshalb an die Wirtschaft, nicht länger Tantal-Erz aus der Demokatischen Republik Kongo zu kaufen.

Das seltene Tantal wird vor allem von der Computer- und Handy-Industrie benötigt, unter anderem für Tantal-Kondensatoren und bestimmte Leiterplattenmaterialien. Auf der Welt sind bis jetzt nur sechs größere Erzvorkommen bekannt, weshalb die Preise für das Metall in den letzten Jahren stetig in die Höhe gestiegen sind.

Siehe dazu auch Tantalusqualen beim Kauf eines Mobiltelefons? in Telepolis. (dal)