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Hintergrund: Die Gewinner der sechs UMTS-Lizenzen

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Von ursprünglich sieben Bietern haben am Donnerstag alle sechs nach dem Ausstieg von Debitel verbliebenen Telekom-Unternehmen je eine kleine UMTS-Lizenz mit zwei Frequenzpaketen ersteigert. Folgende Unternehmen dürfen von 2003 an eine UMTS-Lizenz in Deutschland nutzen:

Deutsche Telekom: T-Mobil, die Mobilfunktochter von der Deutschen Telekom und Betreiberin des D1-Netzes, war der einzige rein deutsche Bewerber. Telekom-Chef Ron Sommer hatte zuvor in den Niederlanden und Großbritannien über die Tochterfirma One2One eine UMTS-Lizenz ersteigert, war aber in Spanien leer ausgegangen. Für ihre zwei deutschen Frequenzpakete zahlt die Telekom 16,58 Milliarden DM. Das ist gut ein Viertel des Umsatzes von rund 69 Milliarden DM im vergangenen Jahr. Der Konzernüberschuss lag 1999 bei 2,35 Milliarden DM.

Mannesmann Mobilfunk: Auch für den deutschen Marktführer, den Betreiber des D2-Netzes, war eine UMTS-Lizenz ein Muss. Seit der Übernahme durch Vodafone AirTouch wurde fest damit gerechnet, dass dieser Bewerber bei der Auktion nicht leer ausgehen würde. Vodafone ist bereits in Spanien und Großbritannien mit einer Lizenz dabei. Der größte Mobilfunkkonzern der Welt erwirtschaftete im vergangenen Jahr umgerechnet 7,98 Milliarden DM Gewinn vor Steuern - ohne den Mannesmann-Konzern. Der Umsatz lag bei umgerechnet 40,6 Milliarden DM. Für die Lizenz zahlt Mannesmann Mobilfunk 16,47 Milliarden DM.

Mobilcom: Die Telefongesellschaft, die derzeit noch kein eigenes Mobilfunknetz betreibt, hatte mit France Telecom einen starken Partner im Bietergefecht. Mobilcom-Chef Gerhard Schmid hatte sich entschlossen gezeigt, eine Lizenz zu ersteigern, und mit hohen Anfangsgeboten für Schlagzeilen gesorgt. Mobilcom braucht mit einem Umsatz von 2,44 Milliarden DM und einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 123 Millionen DM die Unterstützung von France Telecom. Die Lizenz der beiden kostet 16,37 Milliarden DM. Die Franzosen standen auf dem deutschen Markt unter Erfolgsdruck. Bei der UMTS-Vergabe waren sie bislang wenig erfolgreich. In Großbritannien kam France Telecom durch den Kauf von Orange aber doch noch zum Zug.

E-Plus/Huchison: Die niederländisch-asiatische Allianz galt von Anfang an als aussichtsreicher Anwärter. E-Plus ist eine Tochterfirma des niederländischen Telekom-Konzerns KPN, der in seinem Heimatland eine Lizenz ersteigert hat, und betreibt in Deutschland das E1-Netz. Mit im Boot sitzt der japanische Mobilfunkriese NTT DoCoMo. Die Gruppe zahlt 16,42 Milliarden DM für ihre Lizenz. E-Plus und Hutchison wollen diese mit getrennten Angeboten nutzen. Der Gewinn von KPN lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet rund 1,6 Milliarden DM, der Umsatz bei 17,9 Milliarden DM. Tochter E-Plus mit drei Milliarden DM Umsatz schrieb 1999 erstmals schwarze Zahlen.

Viag Interkom: Hauptaktionäre des E2-Netz-Betreibers sind der Energiekonzern E.ON und die British Telecom (BT). E.ON will seine Beteiligung jedoch an BT verkaufen. Die Briten waren bei der Lizenzvergabe in Spanien und Großbritannien erfolgreich. Viag Interkom muss für die Lizenz 16,52 Milliarden DM zahlen. Bei einem Umsatz von knapp 1,7 Milliarden DM machte das Münchner Unternehmen 1999 noch einen Verlust von 1,5 Milliarden DM. 2001 will es Gewinne erwirtschaften.

Group 3G (Telefonica/Sonera): 3G wurde zu Beginn der Versteigerung noch als Zählkandidat betrachtet. Nach dem Rückzug des britischen Mobilfunkbetreibers Orange aus der Gruppe boten in der Gruppe noch die spanische Telefonica und die finnische Sonera. Das Konsortium muss als Neuling zusätzlich zu den rund 16,45 Milliarden DM für seine Lizenz eine Infrastruktur aufbauen und einen Kundenstamm generieren. Telefonica machte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von umgerechnet 45 Milliarden DM rund 3,53 Milliarden DM Nettogewinn. Sonera setzte umgerechnet 3,62 Milliarden DM um und erwirtschaftete einen Gewinn von knapp einer Milliarde DM. (dpa) (chr)

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