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Hirn-Computer-Schnittstelle zum "Einstecken"

Mit sogenannten Stentroden lassen sich Daten aus dem Gehirn ohne Öffnen der Schädeldecke erfassen.

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Hirn-Computer-Schnittstelle zum "Einstecken"

Australische Forscher arbeiten an neuartigen Elektroden für Hirn-Computer-Schnittstellen, die sich auch ohne invasive Eingriffe im Kopf platzieren lassen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Neues Gehirnimplantat kommt ohne Öffnen des Schädels aus"). Das Projekt wurde von der US-Militärforschungsbehörde DARPA angestoßen und soll bei der Entwicklung neuartiger Implantate helfen, mit denen sich beispielsweise Prothesen steuern lassen.

An der University of Melbourne in Australien hat man eine sogenannte Stentrode entwickelt, ein Stent-artiges Gerät, das mehrere Elektroden enthält. Die Technik baut auf bereits bekannten chirurgischen Verfahren auf, die Blutgefäße als Zugangswege verwenden, um verschiedene Bereiche des Körpers zu erreichen. Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen für solche Implantate muss hier der Kopf nicht geöffnet werden – was wiederum die mit invasiven Eingriffen einhergehenden Risiken umgeht.

Stattdessen wird das Gerät von der Größe einer Büroklammer mittels Katheter in ein Blutgefäß im Hals eingeführt. Das Verfahren wurde bereits an Schafen erfolgreich getestet. Dabei konnten die Forscher präzise Messwerte aus einer Gehirnregion erfassen, die für die bewusste Bewegung der Tiere zuständig ist. Sie ermittelten Nervenzellendaten von freilaufenden Schafen für bis zu 190 Tage.

Hirn-Computer-Schnittstellen bieten eine ganze Reihe spannender Anwendungsmöglichkeiten. So könnten sich über die direkte Abfrage von Nervenzellen auch Lähmungen umgehen lassen – dabei wird das Neuronensignal vom Rechner abgenommen und dann an Gliedmaßen weitergereicht. Die dafür notwendigen Elektroden sind aber bislang weder sonderlich haltbar noch einfach einzusetzen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

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