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Hirnforscher entwickeln Kommunikationssystem für völlig gelähmte Menschen

Gelähmte Menschen können bei vollem Bewusstsein sein, sich aber nicht mehr mitteilen. Neue Möglichkeiten für sie könnte das Auslesen ihrer Gedanken mit Computerhilfe bringen.

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Hirnforscher entwickeln Kommunikationssystem für völlig gelähmte Menschen

Ein Team um den bekannten Hirnforscher Niels Birbaumer hat eine Hirn-Computer-Schnittstelle entwickelt, mit deren Hilfe vollständig gelähmte Patienten wieder mit der Außenwelt kommunizieren können. Das System besteht aus einer Haube, die elektrische Wellen und den Blutfluss im Hirn der Betroffenen erfasst und als Reaktionen auf Aussagen oder Fragen interpretiert. Bei Tests zeigte sich eine Trefferquote von 70 Prozent, berichtet Technology Review online in "Kommunizieren mit Gedanken".

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Beim so genannten Locked-In Syndrom sind Patienten mit Ausnahme von einigen Augenbewegungen vollständig gelähmt. Manche Betroffene können irgendwann nicht einmal mehr zwinkern, so dass sie jeglichen Kontakt zur Außenwelt verlieren. Dies wirft die Frage auf, ob sie überhaupt noch bei vollem Bewusstsein sind und ob sie, falls das so ist, am Leben bleiben wollen.

Das System der Forscher um Birbaumer macht es möglich, diese Fragen direkt an die Betroffenen zu stellen. Als Reaktion auf die Aussage "Ich liebe das Leben" kam von dreien der vier an den Tests teilnehmenden Probanden ein Ja, ebenso wie bei der Frage "Sind Sie glücklich?". Bei der vierten Patientin, einer 23 Jahre alten Frau, wurden keine offenen Fragen gestellt, weil ihre Eltern fürchteten, sie sei emotional nicht stabil genug dafür. Im nächsten Schritt ist jetzt eine Schnittstelle geplant, die gelähmten Patienten das Auswählen von Buchstaben auf einem Bildschirm erlauben soll.

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