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Historische Rampe: Gerst fliegt von Gagarins altem Startplatz zur ISS

Auf dem Flug zur Raumstation ISS begibt sich der Deutsche Gerst auf die Spuren von Weltraumpionier Gagarin. Er darf von dessen historischer Startrampe ins All fliegen. Doch was wird langfristig aus Gagarins Startplatz?

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Historische Rampe: Gerst fliegt von Gagarins altem Startplatz zur ISS

Der "Gagarin-Start" in Baikonur

(Bild: NASA/Bill Ingalls)

Die Reise ins All beginnt für den deutschen Astronauten Alexander Gerst an einem historischen Ort. Der 42-jährige Geophysiker tritt in die Fußstapfen von Raumfahrtpionier Juri Gagarin, wenn er am Mittwoch auf dem russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan in seine Rakete steigt.

Am 12. April 1961 flog Gagarin vom Startplatz Nr. 1 als erster Mensch in den Weltraum. Seither wird die Rampe "Gagarin-Start" genannt. Auch die erste Interkontinentalrakete R-7 und der erste Satellit "Sputnik-1" hoben 1957 dort ab, von wo nun Gerst ins All aufbricht. "Von der Startplattform aus zu starten, von der schon Juri Gagarin gestartet ist, das ist ein Riesenkompliment", sagt Gerst.

Bis heute ist die Anlage in Betrieb, vor allem für bemannte Flüge zur Internationalen Raumstation (ISS). "Der Kosmos beginnt auf dem Boden", steht in roten kyrillischen Buchstaben auf einer der Baracken inmitten der Steppe Zentralasiens. Mehr als 500 Raketen sind in den vergangenen rund 60 Jahren vom "Gagarin-Start" aus ins All geflogen.

Alexander Gerst: Vorbereitungen auf zweiten Flug zur ISS (17 Bilder)

(Bild: NASA/Joel Kowsky)


Die Zukunft der Anlage aber ist ungewiss. In Raumfahrtkreisen heißt es, der Startplatz könne bald geschlossen und zu einem Denkmal gemacht werden. Hintergrund sind finanzielle Überlegungen. Denn in Baikonur gibt es zwei Startplattformen, die für bemannte und unbemannte Sojus-Raketen geeignet sind: Nr. 1 und Nr. 31. Die Rampe Nr. 31 sei bereits aufwendig modernisiert worden. Ob sich dies auch für Nr. 1 lohne, sei fraglich, berichtete die Zeitung Iswestija unter Berufung auf eine informierte Quelle.

Es brauche mindestens sechs Flüge im Jahr, damit sich eine Startrampe rechne, was bei zwei Anlagen zwölf Starts entspreche, hieß es. 2017 flogen in Baikonur acht Sojus-Raketen in den Kosmos. Auch 2018 zeichne sich nicht ab, dass zwölf Starts erreicht werden.

Hinzu kommt die Konkurrenz für Baikonur aus dem Fernen Osten. Seit 2016 starten unbemannte Sojus-Raketen mit Fracht auch vom neuen Weltraumbahnhof Wostotschny. Mit der Anlage rund 8000 Kilometer östlich von Moskau will sich Russland unabhängig machen von Kasachstan. Denn Russland pachtet Baikonur, das größte Kosmodrom der Welt, für 115 Millionen US-Dollar im Jahr von der Ex-Sowjetrepublik. Der Pachtvertrag läuft noch bis 2050, doch Experten erwarten, dass Wostotschny immer öfter den Zuschlag für Starts bekommen wird.

Mit Alexander Gerst um die Welt (12 Bilder)

Ein Canyon östlich von Salt Lake City
(Bild: Alexander Gerst - ESA/NASA)


Noch ist das letzte Wort über den "Gagarin-Start" aber nicht gesprochen. Die Agentur Tass meldete aus Branchenkreisen, dass die Rampe doch modernisiert werden könnte. Befürworter argumentieren, dass zwei Startplätze für dieselben Raketentypen gebraucht werden, um eine Sicherheit zu haben, falls einer ausfällt.

Was die Zukunft auch bringen mag, Gerst darf am Mittwoch auf Gagarins Spuren ins All fliegen. Langfristig will Russland Baikonur und den Startplatz Nr. 1 für die Nachwelt erhalten und sie auf die Liste des Unesco-Welterbes setzen lassen. (mho)