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Hitzschlag in Gleitkommaeinheit einiger Opteron-Prozessoren [Update]

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Einige Single-Core-Opteron-Prozessoren mit 2,6 und 2,8 GHz Takt (AMD Opteron 152, 154, 252, 254, 852, und 854) sollen unter extremen Bedingungen falsch rechnen. Der Fehler soll sich aber nur bemerkbar machen, wenn die Gleitkommaeinheit (FPU) ununterbrochen in eine millionenfach durchlaufene Schleife mit Speicherlese-, Multiplikations- und Additions-Operationen geschickt wird – und das möglicherweise stundenlang. Obendrein muss die Umgebungstemperatur überdurchschnittlich hoch sein. Erst dann führe die Ausführung der Schleife zu einer lokalen Überhitzung in der FPU, die wiederum Rechenfehler nach sich ziehen könne.

US-Medienberichten zufolge hat AMD bereits eingeräumt, tatsächlich einige derart fehlerhafte Chips auf den Markt gebracht zu haben. Die Rede ist von nicht mehr als 3000 Stück. Neue Testverfahren sollen den Produktionsmangel rechtzeitig vor der Auslieferung aufdecken. Als defekt erkannte Prozessoren landeten aber nicht im Mülleimer, sondern würden mit reduzierter Taktfrequenz ausgeliefert. Läuft die CPU mit niedrigerem Takt, soll das Hitzeproblem nicht mehr auftreten. Demnach hat der Fehler nichts mit den berühmt-berüchtigten Macken diverser Intel-CPUs gemein, bei denen Patzer in der Schaltlogik zu falschen Rechenergebnissen führten, allen voran der 1994 bekannt gewordene FDIV-Bug früher Pentiums.

Update: OEM-Partner und Systemhäuser haben nach Angaben von AMD eine Software erhalten, mit deren Hilfe sich prüfen lässt, ob ein Prozessor aus der defekten Charge stammt. Betroffene Kunden sollen kostenlose Austauschprozessoren bekommen. (ola)