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Hobbit mit hoher Bildrate

Der Hobbit wandert mit doppelter Bildrate ins Kino.

(Bild: Warner Bros.)

Auf der Filmtheatermesse CinemaCon in Las Vegas hat Warner Bros. einige Szenen von Peter Jacksons Film "The Hobbit" (Kinostart: 14. Dezember) gezeigt. Das Prequel zur "Herr der Ringe"-Trilogie ist der erste kommerzielle Film, der im sogenannten "HFR"-Verfahren (High Frame Rate) mit 48 statt 24 Bildern pro Sekunde gezeigt wird. Die höhere Bildrate soll die bei konventioneller Kino-Bildrate unvermeidbaren Ruckler reduzieren und speziell bei 3D-Aufnahmen zu einem realistischeren Bildeindruck führen.

Die führenden Kinoausrüster stellten auf der CinemaCon ihre für die HFR-Technik adaptierten Projektoren vor. Alle mit dem "Series 2"-Chip von Texas Instruments ausgerüsteten Projektoren von Christie, Barco und NEC können per Software-Update für die höheren Bildraten fit gemacht werden. Die mit der höheren Bildrate verbundenen Datenmengen schaffen die Schnittstellen externer Kinoserver allerdings nicht, sodass die Nachrüstung eines in den Projektor integrierten Servers (Integrated Media Block, IMB) notwendig wird. Dadurch können Kosten von rund 10.000 US-Dollar entstehen.

Paul Salvini, CTO des Kinoausrüsters Christie, erklärt das HFR-Verfahren.

Sony will eigenen Angaben zufolge die meisten seiner 4K-Projektoren mit einem Software-Update für rund 3000 US-Dollar HFR-tauglich machen. Die Projektoren sollen dann bis zu 60 Bilder pro Stereokanal in 3D (2K-Auflösung) zeigen können, wobei sich der Datendurchsatz von 250 Mbps auf 500 Mbps verdoppelt. Angesichts der Investitionskosten scheint fraglich, ob sich die Kinobesitzer für die HFR-Technik erwärmen können – sie haben gerade erst viel Geld in die Digitalisierung ihrer Filmtheater gesteckt.

Die Vorführung des HFR-Materials von "The Hobbit" führte zu gemischten Reaktionen. Während sich Branchenvertreter begeistert zeigten, waren Medienvertreter skeptischer. Devin Faraci etwa vom Blog Badass Digest zeigte sich von den ersten Szenen mit Helikopteraufnahmen in 3D überwältigt, fühlte sich aber stellenweise an die Videoästhetik der BBC-Theaterverfilmungen aus den 1970er Jahren erinnert. Die nächsten HFR-Vorführungen in Europa werden wahrscheinlich im Juli während des Kongresses "Digitale Cinematographie" in München und der Amsterdamer IBC im September stattfinden. (Georg Immich) / (vbr)

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