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Hoccer XO: Investor steigt bei deutscher WhatsApp-Alternative ein

Für ein Investitionspaket im Gesamtwert von 50 Millionen Euro sichert sich das Beteiligungsunternehmen von Werbeflächenvermarkter Dirk Ströer die Hälfte des Entwicklers der Messenger-App Hoccer XO.

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Mit einer kräftigen Geldspritze will die Berliner Hoccer GmbH ihre gleichnamige Messenger-App als sicherere Alternative zu WhatsApp positionieren. Das Kölner Beteiligungsunternehmen Media Ventures investiert insgesamt 50 Millionen Euro in Hoccer und sichert sich damit 51 Prozent der Gesellschaft. Ein nicht bezifferter Teil der Investition sind Werbeleistungen der Ströer Media AG, deren Gesellschafter Dirk Ströer hinter Media Ventures steckt.

Das Messenger-Kerngeschäft beherrscht auch Hoccer: Kurznachrichten. Die aktuelle Location, Bilder, Videos oder andere Anhänge lassen sich ebenso versenden.

(Bild: Screenshot)

Hoccer ist App für den unkomplizierten Datenaustausch zwischen zwei Smartphones. 2009 war die App einer der Gewinner in der Kategorie "Tools/Productivity" von Googles zweiter Android Developer Challenge. Die Anwendung wurde ursprünglich von der Berliner Agentur Art+Com entwickelt, die kürzlich auch mit der Patentklage gegen Google Earth von sich Reden machte.

Seit 2010 wird Hoccer in der eigens dafür gegründeten GmbH weiterentwickelt. Inzwischen hat das 15-köpfige Team mit dem Messenger Hoccer XO eine zweite App am Start. Hoccer XO gibt es für iOS (ab Version 7) und Android (ab Version 4.0). Mit der Investition im Rücken will das Unternehmen nun auch die Funktionen der ursprünglichen, nur für Android erhältlichen Datenaustausch-App in Hoccer XO integrieren.

Laut Unternehmen wurden die Apps insgesamt 2,5 Millionen mal heruntergeladen. Wie viele aktive Nutzer der Messenger hat, verrät der Anbieter nicht – auf der Website ist von "über 100.000 Interaktionen jeden Tag" die Rede. Mit dem Engagement von Werbemann Ströer soll das deutlich mehr werden. Die App ist für Anwender kostenlos, das Geschäftsmodell des Anbieters baut auf Lizenzerlöse von Geschäftskunden.

Die Entwickler preisen Hoccer XO als eine anonyme und sichere Alternative zu anderen Messengern an. Die App greift nicht das ganze Adressbuch ab, Kontakte müssen manuell eingeladen und hinzugefügt werden. In der Datenschutzerklärung gibt das Unternehmen detailliert Auskunft über das Sicherheitskonzept und die Datennutzung der App.

Das Gesamtkonzept aus SSL/TLS-Verschlüsselung aller Verbindungen plus zusätzlicher Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist schlüssig. Wie Threema setzt Hoccer auf Public-Key-Verschlüsselung mit RSA und Sitzungsschlüsseln mit AES. Die laut FAQ eingesetzten 1024 Bit als Schlüssellänge für RSA sind allerdings nicht mehr zeitgemäß – 2048 sollten es schon sein. Leider ist lässt sich auch Hoccer nicht unter die Haube schauen, die Anwendung ist nicht Open Source.

Das Unternehmen versichert, dabei selbst "so wenige Daten wie möglich" zu erfassen: "Auf unseren Servern ist nicht viel zu holen, da keine relevanten Daten gespeichert werden." Wenn Nachrichten zugestellt sind, werden sie von den Servern des Anbieters gelöscht.

Zur Verschlüsselung bei Messenger-Diensten siehe auch:

(vbr)

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