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Technology Review

Hocheffizientes Mobilfunknetz speist sich aus erneuerbaren Energiequellen

Forscher an der University of Southern California und bei Samsung haben ein Modell entwickelt, mit dem sich Funknetze auch ohne zentrale Stromversorgung und ohne Dieselgeneratoren betreiben lassen.

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Insbesondere in der Dritten Welt gibt es das Problem, Mobilfunkbasisstationen verlässlich mit Energie zu versorgen. Forscher an der University of Southern California (USC) und bei Samsung arbeiten an einem Verfahren, mit dem komplexe Kommunikationsnetzwerke auch aus lokalen Stromquellen gespeist werden können, ohne dass auf das allgemeine Stromnetz oder Diesel-Generatoren zurückgegriffen werden muss, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Das Kernstück dieses Ansatzes sind sogenannte "Small Cells", kleine Funkzellen, die aus Solaranlagen, Batterien oder auch kleinen Windrädern gespeist werden könnten. Allerdings könnte unter einer solchen dezentralen Stromversorgung auch die Zuverlässigkeit des Netzes leiden, wenn es zu Schwankungen in der Stromversorgung kommt.

Eine "grüne" Basisstation

(Bild: Panasonic)

Die Forschergruppe um Harpreet Dillon von der USC hat deshalb ein Modell entwickelt, das berücksichtigt, wie schnell die Stromquelle einer jeden kleinen Funkzelle Elektrizität erzeugt und speichert. Darin sind auch Schätzungen für Sonneneinstrahlung und Windaufkommen enthalten. Ebenfalls modelliert wurde, wieviel Strom eine Zelle im aktiven Betrieb verbraucht, und wieviele Netzteilnehmer sich in einer Zelle in der Regel aufhalten.

Das Ergebnis war, dass ein derart angelegtes Netzwerk mit weniger zusätzlichen kleinen Funkzellen auskommt als in einer herkömmlichen Netzstruktur, die Reserven vorhalten muss. Die Arbeit sei zwar vorerst rein theoretisch und müsse in der Praxis erst einmal getestet werden, sei aber ein "sehr wichtiger Schritt" sagt Jeff Reed, Direktor des Forschungszentrum für Funknetze am Virginia Institute of Technology. "Eines der größten Hindernisse beim Aufbau von Mobilfunknetzen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist, eine verlässliche Stromquelle zu finden." Die Gruppe um Harpreet Dillon hätte mit ihrer Arbeit einen Weg aufgezeigt, wie man ein Netz allein aus erneuerbaren Energien speisen kann.

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(bsc)

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