Menü

Hochleistungsfähiges Internet für alle: Bundesnetzagentur darf Frequenzauktion starten

Allen Bundesbürgern solle überall im Land ein hochleistungsfähiges Internet angeboten werden, erklärt der Beirat der Behörde. Dafür werden Netzbetreiber, die in der Auktion neue Spektren erwerben, zu großflächigen Versorgungen verpflichtet.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 57 Beiträge
Hochleistungsfähiges Internet für alle: Bundesnetzagentur darf Frequenzauktion starten

Die Bundesnetzagentur hat die Weichen für den weiteren Ausbau des schnellen Internets in Deutschland unter Einsatz von zusätzlichen Mobilfunkfrequenzen gestellt. Im zweiten Quartal 2015 soll dazu wie angedacht ein Frequenzpaket von 270 Megahertz unter den Hammer kommen. Der Beirat der Behörde gab am Montag in Bonn grünes Licht für die Pläne.

"Wir haben uns gemeinsam darauf verständigt, dass jeder Netzbetreiber verpflichtet wird, eine flächendeckende Breitbandversorgung von mindestens 97 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland sicherzustellen", erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Joachim Pfeifer. Allen Bundesbürgern solle "überall im Land" ein hochleistungsfähiges Internet angeboten werden. Zuvor wollte die Bundesnetzagentur die erfolgreichen Bieter laut ihrem Entwurf jedoch auf mindestens 98 Prozent verpflichten.

Versorgung von 97 Prozent der Haushalte verpflichtend

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der auch für die digitale Infrastruktur zuständig ist, lobte den Beschluss: "Mit der heutigen Entscheidung ist der Weg für eine schnelle Vergabe der Frequenzen geebnet. Ich erwarte aus den Erlösen einen Milliardenbetrag, den wir in den Ausbau mit schnellem Breitband in unserem Land investieren werden."

Nach der Entscheidung des Beirats, dem Mitglieder des Bundestags und Vertreter der Länder angehören, kann die Bundesnetzagentur im ersten Halbjahr 2015 mit der Frequenzauktion beginnen. Die Erlöse aus der Auktion werden je zur Hälfte auf Bund und Länder verteilt. Kommunen können beim Bund Mittel für den Ausbau in ihren Gemeinden beantragen.

700-MHz-Band fördert Glasfaserausbau

Die zu versteigernden Frequenzbereiche aus den 700- und 1500-MHz-Bändern sind für den Mobilfunk gänzlich neu. Die Bereiche in den 900- und 1800-MHz-Bändern sind hingegen in Gebrauch und kommen wegen auslaufender Nutzungsrechte neu unter den Hammer. Für Teilnehmer auf dem Land könnte das 700-er Frequenzband doppelt nützlich werden. Dieses Frequenzband soll die Breitbandversorgung deutlich verbessern. Außerdem weisen Fachleute darauf hin, dass 700-MHz-Netze indirekt den Glasfaserausbau in der Fläche fördern, denn die Mobilfunk-Basisstationen werden per Glasfaser mit den Kernnetzen verbunden (Backhaul). So kämen die schnellen Leitungen immerhin schon mal näher an die ländlichen Haushalte.

Auktionsausgaben könnten indirekt der Telekom zufließen

Manche Mitbewerber der Telekom, teils auch solche, die sich ausschließlich im Festnetzausbau engagieren, erwarten von Auktion Nachteile. Einen Großteil der Auktionserlöse will der Bund nämlich in den Breitbandausbau investieren. Weil aber die Telekom auch dabei zu den Hauptakteuren zählt, könnte zumindest ein Teil der Auktionsausgaben über Bande nach Bonn zurückrollen. Teilnehmer am Glasfasertag des VATM warnten während der Planungsphase der Auktion, dass die Telekom bereits der größte Empfänger von Fördergeldern sei. Denkbar ist auch, dass diese Ausgangslage der Telekom höhere Gebote in der Auktion erleichtert, um die Mitbewerber Telefónica und Vodafone vom wertvollen Spektrum fernzuhalten. (dz)

Anzeige
Anzeige