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Höhere Kosten lasten auf Fitbit-Gewinn

Im Wearables-Geschäft ist Fitbit dank seiner Fitness-Armbänder Marktführer. Doch der Kampf mit Konkurrenz wie die Apple Watch kostet viel Geld. Die Aktie gerät nach frischen Zahlen schwer unter Druck.

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Mama soll kommenden Sonntag nicht nur Kaffee und Blumen gebracht, sondern auch noch Fitnesstracker geschenkt bekommen. So stellt sich das jedenfalls Fitbit vor.

(Bild: Fitbit)

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Der Fitness-Spezialist Fitbit wächst weiterhin kräftig – aber hohe Kosten drücken den Gewinn. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um die Hälfte auf 505,4 Millionen US-Dollar (438 Millionen Euro). Zugleich aber schmolz der Gewinn laut Mitteilung von 48 Millionen auf 11 Millionen Dollar zusammen. Auslöser war vor allem ein Anstieg der Ausgaben für Marketing sowie Forschung und Entwicklung.

Die Aktie verlor im frühen Handel am Donnerstag am Mittwoch rund 16 Prozent. Dazu trug auch bei, dass die Gewinnvorhersage für das laufende Vierteljahr deutlich unter den Erwartungen der Analysten blieb. Die Prognose für das gesamte Jahr hob Fitbit unterdessen an.

Der vor allem für seine Fitness-Armbänder bekannte Branchenpionier steht zunehmend im Wettbewerb mit Computer-Uhren wie der Apple Watch. Fitbit hält mit immer neuen Modellen dagegen. Zuletzt kamen die Sport-Uhr Blaze und das Fitness-Armband Alta auf den Markt. Sie steuerten im vergangenen Quartal fast die Hälfte der Umsätze bei, sagte Gründer und Chef James Park in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Rund 40 Prozent ihrer Käufer seien bisherige Fitbit-Nutzer gewesen, die zumeist von günstigeren Modellen umgestiegen seien. Insgesamt verkaufte Fitbit rund 4,8 Millionen Geräte.

Zum Weihnachtsgeschäft solle es neue Produkte geben, sagte Park ohne nähere Details. Er setzt darauf, dass auch Familien und Freunde von Fitbit-Nutzern eher Geräte seiner Firma als der Konkurrenz kaufen würden. Fitbit verkauft Fitness-Tracker und Uhren in einer Spanne von 60 bis 250 US-Dollar. Die Apple Watch mit mehr Funktionen ist in den USA ab 300 Dollar zu haben. Park hält aber an seiner Strategie fest, eine Palette von Modellen im Angebot zu haben, die sich bei Preis, Funktionsumfang und Formen unterscheiden. Er hofft, so die Wünsche verschiedener Kundengruppen besser zu treffen.

Die Zahl der Fitbit-Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung wuchs binnen eines Jahres von 295 auf 755. Damit ist gut die Hälfte der Beschäftigten in dem Bereich konzentriert.

Rund 70 Prozent seines Geschäfts macht Fitbit in den USA. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 79 Prozent. In Deutschland habe Fitbit im vergangenen Quartal fast fünf Mal mehr Umsatz als ein Jahr zuvor erzielt, sagt Park ohne eine konkrete Zahl.

Fitbit verliert unterdessen den Top-Manager Hans Hartmann, bisher zuständig für das operative Geschäft die Zulieferer-Kette, der den Kundenservice und die Hardware-Entwicklung beaufsichtigte. Hartmann geht in die gleiche Position zu Oculus, dem zu Facebook gehörenden VR-Spezialisten. (anw)