"Hör mir besser zu!!!": Bitcoin-Erpressermails mit Bombendrohungen

Das Landeskriminalamt warnt vor der Zunahme von Erpressermails, in denen Bombendrohungen ausgesprochen werden. Es gab bereits Evakuierungen.

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(Bild: isak55/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Seit Kurzem kursieren bundesweit vermehrt E-Mails mit Bombendrohungen. Besonders Unternehmen und Behörden scheinen Ziel der Erpresser zu sein, es hat sogar schon Evakuierungen gegeben. Sie fordern Bitcoins in Höhe von mehreren tausend Euro, die innerhalb von 80 Stunden bezahlt werden müssen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen bestätigte gegenüber heise Security, dass es seit voriger Woche eine Welle solcher Bombendrohungen beobachte.

Außerdem nehmen derzeit anscheinend auch die eher bekannten Erpressermails zu, in denen es heißt, eine Unternehmenswebseite sei gehackt worden oder anderweitig heikles Material gefunden, was ausgenutzt werde, sollte eine bestimmte Summe nicht bezahlt werden.

Die E-Mails mit den Bombendrohungen haben laut der Polizei Heidekreis, die eine allgemeine Warnung ausgegeben haben, den Betreff: "Hör mir besser zu!!!" In den Nachrichten wird dann erklärt, es sei eine Bombe in dem Gebäude platziert worden, in dem das angeschriebene Unternehmen sitzt. Polizeiliche Maßnahmen würden dazu führen, dass sie sofort detoniert, da das Haus kontrolliert werde. Zu verhindern sei die Explosion nur, indem mehrere tausend Euro in Bitcoin an eine BTC-Adresse bezahlt würden. Ähnliche Mails soll es auch in englischer Sprache geben. Der Inhalt ähnelt laut Polizei Erpresserschreiben, die bereits im Mai umhergingen. Sie warnt, nicht zu zahlen und auch keinen Kontakt zu den Versendern aufzunehmen.

In Bayern evakuierte die Polizei bereits eine Bäckerei und ein Gebäude, in dem mehrere Organisationen sitzen, die ebensolche E-Mails bekamen. Einsatzkräfte rückten mit Spürhunden an und sicherten die Umgebung, berichtet die Tageszeitung Merkur. Gefunden wurde nichts.

Im Fall der Erpressermails sind die Drohungen unterschiedlicher: Mal wird behauptet, Zugriff auf Computer, dann wiederum auf Mailkonten oder die Webcam zu haben. Teilweise heißt es auch, Webseiten seien gehackt worden, nachdem Sicherheitslücken gefunden wurden. Die Erklärungen, wie die Täter vorgegangen seien, sind recht ausführlich und können für Laien schnell real wirken. In Einzelfällen soll es laut Polizei auch tatsächlich Zugriffe gegeben haben. Das Drohszenario der Erpresser: "Wir sind bereit, den Ruf Ihrer Website gegen eine geringe Gebühr nicht zu zerstören." Sogleich ist auch direkt ein Link dazu enthalten, wie Bitcoins erhältlich sind.

Auch auf der Bitcoin-Missbrauchs-Meldeseite Bitcoinabuse.com lässt sich kontrollieren, ob Absender beziehungsweise Empfänger seriös sind. Dort haben bereits einige Betroffene erhaltene Erpressermails gemeldet. Die bekannte Empfängeradresse hat demnach bisher kein Geld erhalten. (emw)