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Hohes Gefahrenpotential durch "Virenbasteln für Dummies"

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Mit einer einfachen Software und wenigen Mausklicks kann jeder Windows-Nutzer seinen eigenen Computervirus basteln. Tests der c't-Redaktion zeigen, dass Antivirenprogramme für solche Baukasten-Schädlinge oft blind sind. In Zukunft droht eine wahre Virenepidemie.

Der Baukasten-Wurm Kournikova war Anfang des Jahres ein Vorbote: Eine E-Mail versprach dem Empfänger ein Foto der Tennisspielerin im Anhang. Wer es betrachten wollte, hatte mit einem Doppelklick auf den Anhang nicht nur seinen eigenen Rechner infiziert, sondern den E-Mail-Wurm auch an sämtliche gespeicherten E-Mail-Adressen weiter verschickt.

Eine kinderleichte Sache: Mit Hilfe so genannter Virus Construction Kits kann sich ein Anwender ohne jegliche Programmierpraxis im Handumdrehen seinen eigenen Virus bauen und über das Internet unzählige Computer damit anstecken. Je nachdem, welche Schadfunktion der "Konstrukteur" für seinen Virus vorsieht, werden die Besitzer der befallenen Computer vielleicht nur mit einer harmlosen Meldung auf dem Bildschirm oder auch mit dem Verlust aller Daten auf der Festplatte konfrontiert. Mehr als 50 solcher Virenbaukästen stehen in einschlägigen Internet-Archiven zum Download bereit. c't-Redakteur Jürgen Schmidt warnt allerdings davor, sie aus Neugier einfach auszuprobieren: "Solche Versuche sind äußerst gefährlich und sollten keinesfalls auf einem Rechner mit Netzwerkverbindung erfolgen. Neben hohen Schadenersatzforderungen drohen dem Verursacher einer Virenepedemie auch strafrechtliche Konsequenzen."

Obwohl solche Viren aus immer denselben Bausteinen bestehen, hat nur eines von sieben Antivirenprogrammen die Schädlinge im c't-Test alle erkannt – manche fanden gar keinen. Das liegt daran, dass die neueren Construction Kits bereits Verschlüsselungsfunktionen enthalten. Schmidt: "Es ist keine Frage mehr, ob demnächst ein neuer Virus auftauchen wird, den das eingesetzte Antivirenprogramm nicht erkennt, sondern nur noch, wann er kommt, und was er anrichtet."

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in der aktuellen c't-Ausgabe 13/01. (cp)