Hollywood-Studios finanzieren "Antipiraterie-Forschung"

Die von sechs großen Filmstudios initiierten "Motion Picture Laboratories" sollen nach Wegen suchen, wie die unerlaubte Verbreitung von Filmen unterbunden werden kann.

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Von
  • Andreas Wilkens

Sechs große Hollywood-Studios finanzieren gemeinsam ein Forschungsprojekt, das nach Wegen suchen soll, ihre Produkte besser vor unerlaubter Verbreitung zu schützen. Die Motion Picture Laboratories werden in den ersten zwei Jahren mit einem Etat von mehr als 30 Millionen US-Dollar ausgestattet, berichtet die New York Times. Die Filmstudios orientierten sich an dem Vorbild der 1988 gegründeten CableLabs, die für die Kabel-TV-Anbieter wichtige Produkte entwickelt hätten.

Die Herangehensweise bei technologischen Problemen sei immer die gleiche: Es müsse eine industrieweite Übereinkunft gefunden werden, in welche Richtung man gehen werde, erläutert CableLabs-Chef Dick Green. Dann müsse mit den Herstellern kooperiert werden, um beispielsweise Spezifikationen zu erarbeiten, die in einen Standard münden, und um den Herstellern bei der Entwicklung von Prototypen zu helfen.

Bei den "MovieLabs" geht es zunächst in erster Linie darum, "Piraterie" vorbeugend zu verhindern. Die Forschungsziele könnten daraufhin auch auf andere Gebiete ausgedehnt werden, zitiert der Bericht Dan Glickman, den Vorsitzenden der Motion Picture Association of America (MPAA). Es sollen also erst einmal Ansätze verfolgt werden, wie zum Beispiel verhindert werden kann, dass mit Camcordern im Kino Filme aufgezeichnet werden. Weitere Arbeitsfelder der MovieLabs seien die Erkennung von illegalen Kopien in Netzwerken und Traffic-Analyse von P2P-Netzen.

Laut James N. Gianopulos, Vize-Vorsitzender der MovieLab-Initiatorin 20th Century Fox, soll das Projekt Lücken ausfüllen, die die Unterhaltungslelektronik-Industrie gelassen hat. Als Ergebnis seien auch neue Distributionswege für die Kunden denkbar. Der Bericht nennt die anderen fünf Studios nicht beim Namen. Es ist aber anzunehmen, dass es sich um Disney, Paramount, Sony, Universal und Warner Bros. handelt, die schon in der Digital Cinema Initiatives kooperieren. (anw)