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Hollywood: Suchmaschinen sind schuld an Copyright-Verletzungen

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Laut einer von der Motion Picture Association of America (MPAA) in Auftrag gegebenen Studie kommen 74 Prozent der untersuchten Konsumenten erstmals über eine Suchmaschine mit Urheberrechts-verletzenden Inhalten in Kontakt. Dabei enthielten die verwendeten Anfragen keine Begriffe, mit denen Nutzer ausdrücklich nach "Piraterieangeboten" Ausschau halten könnten. Vielmehr führe auch die Mehrheit der Eingaben, die schlicht Titel von aktuellen Filmen oder Fernsehserien umfassten, zu illegalem Content.

Für die von der Hollywood-Vertretung am Mittwoch veröffentlichte und gemeinsam mit Abgeordneten in Washington vorgestellte Untersuchung hat die US-Marktforschungsfirma Compete Clickstream-Analysen bei rund zwei Millionen US-Bürgern und 200.000 Briten durchgeführt, die sich freiwillig für das Verfolgen ihrer Bewegungen im Web zur Verfügung gestellt haben. Als weitere Basis diente eine Datenbank von 12 Millionen Webadressen, die zwischen 2010 und 2012 "bekanntermaßen rechtswidrige Inhalte" bereit gehalten haben sollen.

Insgesamt sollen in diesem Zeitraum bei 20 Prozent der Sitzungen, in denen Verbraucher illegale Up- oder Downloads durchgeführt haben, Suchmaschinen eine Rolle gespielt haben. Das führe zu rund fünf Milliarden Besuchen auf einschlägigen Plattformen pro Jahr. 82 Prozent der Suchaktivitäten, die zu Copyright-verletztenden Videos führen, gehen der Studie nach auf das Konto von Google. Dieses Ergebnis verwundert wenig, da der Internetkonzern auch in den USA und Großbritannien die Führung im Suchmaschinenmarkt innehat.

Die Marktforscher wollen aber auch herausgefunden haben, dass sich die im vorigen August von Google durchgeführte Algorithmusänderung zum Herabstufen von Seiten mit illegalen Inhalten in den Trefferlisten praktisch zumindest im vierten Quartal 2012 nicht ausgewirkt hat: Habe die Suchmaschine zwischen 2008 und 2010 durchschnittlich für 9 Prozent des Traffics zu Seiten gesorgt, die in seinem Transparenzbericht als rechtsverletzend ausgewiesen seien, sei dieser Wert nach der Umstellung sogar leicht auf knapp 10 Prozent gestiegen. Eine niedrigere Platzierung entsprechender Angebote im Ranking sei ebenfalls statistisch nicht nachweisbar gewesen.

(axk)