Holterdipolter: Fehlstart für AMDs 3D-Schnittstelle Mantle

EA liefert bereits das Mantle-Update für Battlefield 4 aus, doch AMD hat den benötigten Treiber wegen Stabilitätsproblemen kurzfristig zurückgezogen. Nun wurde der Treiber auf unbestimmte Zeit verschoben.

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In einer von DICE herausgepickten Testszene rechnet AMDs A10-7850K dank Mantle 14 Prozent schneller.

(Bild: Johan Andersson)

Der ursprünglich für Dezember 2013 angekündigte Mantle-Patch für Battlefield 4 ist nun über EAs Download-Plattform Origin verfügbar. Durch das rund 1,3 GByte große Update läuft Battlefield zusätzlich zu DirectX 11.1 auch mit der im September 2013 angekündigten Mantle-Schnittstelle. Gäbe es da nicht einen Haken: AMD hat den schon mehrfach verzögerten Mantle-Treiber Catalyst 14.1 in der Nacht zum Donnerstag überraschend angekündigt, nur um ein paar Stunden später dann einen Rückzieher zu machen.

Die Veröffentlichung einer fehlerbereinigten Variante hat AMD nun auf unbestimmte Zeit verschoben. AMD begründet dies mit Problemen, die unter anderem in Zusammenhang mit CrossFire-Grafikkartenverbünden auftreten. Aus einem heise online vorliegenden Dokument geht hervor, dass es bei Multi-GPU-Systemen zu "zeitweise auftretenden" Stabilitätsproblemen oder Bildstottern kommen könne. So sollten Tester vor dem Installieren des Mantle-Treibers zusätzliche Grafikkarten physisch vom System trennen.

Mit dem neuesten Battlefield-4-Update lässt sich die Grafik-Schnittstelle wählen - ein funktionierender AMD-Treiber vorausgesetzt.

(Bild: DICE)

Mantle läuft zwar auf allen GCN-Grafikeinheiten, soll derzeit allerdings nur auf jenen mit der aktuellen Architekturversion 1.1 messbare Vorteile bringen. Diese sitzen auf den Grafikkarten Radeon R7 260X, R9 290, R9 290X sowie auf Kaveri-Kombiprozessoren. Die Performance der älteren GCN-1.1-GPUs der Serien Radeon HD 7000/8000 und R9 270X/280X soll mit künftigen Treiber-Versionen noch steigen. Notebooks mit AMD-Enduro- oder Power-Xpress-Technik werden von Mantle nicht unterstützt.

AMD hat sich im Zuge der missglückten Treiber-"Veröffentlichung" immerhin genauer als zuvor zur erwartenden Mehrleistung durch Mantle geäußert. Demnach profitieren grafisch aufwendige Szenen, die durch die GPU-Leistung begrenzt werden, so gut wie gar nicht. AMDs Marketing-Abteilung spricht etwa von einem zu erwartenden Performance-Zuwachs von 2,7 Prozent (1920×1080 Pixel) beziehungsweise 1,4 Prozent (2560×1600 Pixel) in Battlefield 4, sofern man die Ultra-Detailstufe mit einer Radeon R7 260X und einem schnellen Intel Core i7-4960X nutzt.

Mantle braucht einen kompatiblen Treiber, eine GCN-Grafikeinheit und speziell angepasste Software.

Wird die 3D-Szene allerdings durch den Hauptprozessor begrenzt, könne Mantle einen Performance-Vorsprung von rund 40 Prozent herausholen. Diese Zahl geht auf ein System mit einem – im Vergleich zu aktuellen Intel-CPUs – langsamen Kaveri-Prozessor A10-7850K zurück, der mit der High-End-Grafikkarte Radeon R9 290X gepaart wurde. Zum Vergleich: Selbst der im August 2010 veröffentlichte Intel Core i5-760 ist laut dem Multi-Core-Test in Cinebench R11.5 knapp 8 Prozent schneller als AMDs jüngst vorgestelltes Kaveri-Spitzenmodell A10-7850K (3,91 zu 3,63 Punkte).

Derweil hat der für Battlefield's Frostbite-Engine verantwortliche technische Direktor Johan Andersson (Interview zu Mantle) in einem Blog-Beitrag eigene Messungen veröffentlicht. Demnach läuft Battlefield 4 auf einem A10-7850K bei mittleren Detaileinstellungen und 1280×720 Bildpunkten im Mantle-Modus 14 Prozent schneller als unter DirectX 11 (43 zu 37,6 fps). Auf einem Multi-GPU-System mit zwei Radeon R9 290X schreibt man Mantle sogar einen Performance-Vorteil von 58 Prozent zu – allerdings hat sich Andersson auch hier eine CPU-limitierte Szene herausgepickt, die von der via Mantle erreichbaren höheren Zahl von Draw Calls profitiert.

[Update:] AMD hat eine Beta-Version des Mantle-Treibers Catalyst 14.1 am 2. Februar zum Download bereitgestellt. (mfi)