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Homebrew Launcher für Nintendo Switch erschienen

Hobby-Entwickler können ab sofort eigens entwickelte Anwendungen auf bestimmten Switch-Konsolen laufen lassen. Zudem läuft Linux noch besser und am Horizont zeichnet sich eine Custom Firmware ab.

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Homebrew Launcher für Nintendo Switch erschienen

(Bild: Screenshot)

Hacker haben einen Homebrew Launcher für die Spielkonsole Switch von Nintendo (ab 299,94 €) veröffentlicht. Darüber können Entwickler eigene Anwendungen starten. Das verhindern normalerweise Sicherheitsvorkehrungen von Nintendo, die nur vom Hersteller signierten Code zulassen.

Der Homebrew Launcher steht auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite zum Download bereit – dort findet man auch eine Installationsanleitung und Antworten auf die häufigsten Fragen. Den Hackern zufolge startet die Software ausschließlich auf Switch-Konsolen mit der Firmware 3.0.0. Aktuell ist derzeit die Firmware 4.1.0.

Noch ist das Verzeichnis von Homebrew-Anwendungen leer. In Zukunft findet man dort sicherlich Software aus verschiedenen Bereichen – vor allem Emulatoren für ältere Spielkonsolen sind in der Homebrew-Szene beliebt. Wer Homebrew-Anwendungen für die Switch entwickeln möchte, findet im Switchbrew-Wiki eine Anleitung zum Einrichten einer Entwicklungsumgebung unter Unix und Windows.

Die Veröffentlichung des Homebrew Launchers fußt auf Erkenntnissen über das Umgehen von Schutzfunktionen der Switch, die Plutoo et al. auf der Hackerkonferenz 34C3 Ende vergangenen Jahres vorgestellt haben.

Der Hacker SciresM behauptet, dass er mit weiteren Hackern zusammen einen Exploit entwickelt hat, der mit der aktuellen Firmware 4.1.0 funktionieren soll. Der Exploit soll an der TrustZone ansetzen und "déjà vu" heißen. Bei der TrustZone handelt es sich um einen Hardwareschutz innerhalb des Tegra-SoC, der Zugriffe auf Daten-, Hard- und Software als vertrauenswürdig oder nicht-vertrauenswürdig einstuft und gegebenenfalls Zugriffe sperrt.


Setzen Hacker dort an einer Schwachstelle an, kann das systemweite Folgen haben. So verkündigte SciresM im gleichen Atemzug, dass er derzeit an der Custom Firmware Atmosphere für Nintendos Spielkonsole arbeitet. Bei einer Custom Firmware handelt es sich um ein alternatives Betriebssystem. Oft bringen diese Unterstützung für Funktionen mit, die nicht vom Hersteller der jeweiligen Hardware vorgesehen sind. Im Spielkonsolen-Bereich ist das oft das Abspielen von Raubkopien.

Bereits vergangene Woche präsentierte die Hackergruppe fail0verflow das Bild von einem bootenden Linux auf der Switch. Nun haben sie ein Video veröffentlicht, in dem sie das Linux auf der Spielkonsole über den Touchscreen bedienen und im Internet surfen. Außerdem lassen sie eine 3D-Demo ablaufen. Offenbar haben sie Schutzfunktionen von Nintendo umgangen, sodass das Linux auf 3D-Hardwarebeschleunigung zugreifen kann.


Fail0verflow gibt an, eine unpatchbare Bootrom-Lücke entdeckt zu haben. Mittlerweile sind wohl auch andere Hacker auf diese Schwachstelle gestoßen und haben ein Proof-of-Concept-Video veröffentlicht. (des)

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