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Honor-Smartphones: Huaweis trendige Schwester kommt nach Europa

Mit Honor wagt der chinesische Telecom-Riese einen Neustart auf dem europäischen Markt. Die neue Marke soll vor allem jüngere Zielgruppen ansprechen. Das erste Smartphone namens Honor 6 hat für seinen Preis einiges zu bieten.

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Der chinesische Telecom-Konzern bringt seine bereits in Asien eingeführte Marke "Honor" nun auch nach Europa. Den Aufschlag macht das Unternehmen mit zwei Android-Smartphones: Das "Honor 6" ist Oberklassen-Technik zu einem günstigen Preis, mit dem "Honor 3C" will sich der Hersteller im unteren Preissegment etablieren. Die neue Marke soll die Bedürfnisse einer jungen und trendbewussten Zielgruppe ansprechen, sagte Honor-Präsident Jeff Liu am Dienstagabend in Berlin: "Es gibt bisher keine Geräte speziell für Digital Natives."

Bei Honor will man genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppe hören, verspricht Präsident Jeff Liu.

(Bild: heise online/vbr)

Das Unternehmen ist sich bewusst, dass der Wettbewerb auf dem Android-Markt eng ist. Mit einem nutzerzentrierten Ansatz und Qualität will sich Honor von der Konkurrenz absetzen. "Die Digital Natives sind sehr kreativ", sagt Liu. Diese Kreativität will sich der Hersteller auch bei Design und Entwicklung der Geräte zu Nutze machen. Kunden sollen auf verschiedenen Online-Kanälen mit dem Hersteller in Kontakt treten und Rückmeldung zu Wünschen und Ideen geben können.

Dabei setzt das Unternehmen auch auf die Ressourcen der großen Schwester Huawei. Der chinesische Konzern ist mit der Marke Honor bereits seit einigen Monaten auf asiatischen Märkten aktiv. Dort hat Honor bisher 30 Millionen Geräte verkauft, sagt Liu. Für den europäischen Markt hat sich der Hersteller zunächst das bescheidenere Ziel gesetzt, im ersten Jahr rund zwei Millionen Geräte abzusetzen. Doch ist Honor durchaus ambitioniert: In fünf Jahren, so hofft Liu, soll Honor zu den beliebtesten Android-Marken zählen.

Im Honor 6 steckt der Achtern-SoC Kirin 920, der in LTE-Netzen Verbindungsgeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s ermöglichen soll. Der bei Huawei entwickelte ARM-SoC hat vier Cortex-A15-Kerne mit 1,7 GHz sowie vier Cortex-A7. Dem Prozessor hat Honor 3 Gbyte Arbeitsspeicher spendiert, für Dateien stehen 16 GByte zur Verfügung, die mittels einer MicroSD-Karte mit bis zu 64 Gbyte aufgestockt werden können. Das Powermanagement für die Kerne soll bis zu 30 Prozent mehr Laufzeit aus dem 3100-mAh-Akku ziehen als bisher üblich. Beim Surfen im WLAN oder über LTE soll das Honor 6 so jeweils über 8 Stunden durchhalten. Das Full-HD-Display kommt bei einer Diagonale von 5 Zoll (12,7 cm) auf stattliche 441 dpi. Bei 140 × 70 mm ist das Honor 6 nur 7,5 Millimeter dick und bringt 130 Gramm auf die Waage.

Honor Launch (5 Bilder)

Für die Markteinführung hat Honor die europäische Presse nach Berlin eingeladen.
(Bild: heise online/vbr)

Ausgeliefert wird das Honor 6 mit Android 4.4 KitKat und der von Huawei bekannten Oberfläche Emotion UI (Version 2.3), die ein bisschen an iOS erinnert. Das Unternehmen arbeitet mit Hochdruck am Update auf Android 5 "Lollipop", verspricht Liu. Zudem sei denkbar, dass Honor in der Entwicklung der UI künftig auch eigene Wege geht.

Insgesamt macht das Honor 6 einen ordentlichen ersten Eindruck: Das Smartphone ist gut verarbeitet, die glattpolierte, an Glas erinnernde Plastikrückseite wirkt wertig, ist aber kratzanfällig und zieht Fingerabdrücke magisch an. Doch hat der Hersteller hier vorgesorgt: Für Vorder-und Rückseite liegen jeweils Schutzfolien bei.

Das Honor 6 ist ab Mittwoch im Onlinevertrieb (zunächst vor allem Amazon) für 300 Euro erhältlich. Das etwas schmaler ausgestattete Honor 3C soll die 200-Euro-Liga aufmischen und kommt zum Preis von 140 Euro auf den Markt. Dabei will sich Honor nicht als Billigmarke von Huawei missverstanden wissen. Honor sieht sich lieber als trendige kleine Schwester, die künftig auch im höheren Preissegmenten aufschlagen will, wie Liu verrät.

Honor macht nicht nur Smartphones, auch Tablets sind in der Pipeline und sollen schon bald vorgestellt werden. Auch andere Gerätegattungen sind denkbar, in China gibt es zum Beispiel auch ein Fitness-Armband von Honor. Was zur Zielgruppe passt, kommt über kurz oder lang hierzulande auf den Markt, sagt Manager Lars-Christian Weisswange. "Aber nicht alle in China erhältlichen Modelle kommen auf jeden Fall nach Europa."

Honor Smartphones
Honor 6 Honor 3C
Betriebssystem Android 4.4.2 (KitKat)
Huawei Emotion UI 2.3
Android 4.2.2 (Jelly Bean)
Huawei Emotion UI 2.0
Display 5 Zoll IPS LCD
1920 × 1080 px, 441 dpi
5 Zoll IPS LCD
1280 × 720 px, 294 dpi
CPU HiSilicon Kirin 920 SoC
4× 1,7 GHz Cortex A15
4× 1,3 GHz Cortex A7
Mediatek MT6582 SoC
4× 1,2 GHz Cortex A7
RAM 3 GByte 2 GByte
Flash-Speicher 16 GByte
Slot für microSD bis 64 GByte
8 GByte
Slot für microSD bis 32 GByte
mobile Datenverbindung UMTS, LTE-Advanced UMTS (HSDPA)
WLAN 802.11 b/g/n/a 802.11 b/g/n
Kamera 13 MP, LED Flash
5 MP Frontkamera
8 MP, LED Flash
5 MP Frontkamera
Akku 3100 mAh 2300 mAh
Maße & Gewicht 140 × 70 × 7,5 mm / 130 g 140 × 71 × 9 mm / 140 g
Herstellerpreis 299,99 € 139,99 €

(vbr)