Menü
c't Magazin

Hot Chips: AMDs jüngstes Kätzchen

vorlesen Drucken Kommentare lesen 58 Beiträge

Jaguar enthält nun vier kerne, die sich die vier L2-Cache-Kacheln teilen.

Auf der Hot-Chips-Konferenz hat AMD einige Details zum kommenden Jaguar-Kern verraten. Er gehört wie sein Vorgänger Bobcat zur "Cat"-Familie und tritt als "Low Power APU" in der unteren Performance-Liga gegen Intels Atom an. Jaguar soll in den Chips mit den Codenamen Kabini und Temash zum Einsatz kommen. Über diese wollte Jeff Rupley – Chefentwickler für Jaguar – auf der Hot Chips aber noch nicht sprechen, dafür umso detaillierter über den eigentlichen Kern.

Am Rechenwerk hat AMD Details verbessert.

Jaguar soll im Vergleich zu Bobcat rund 15 Prozent mehr Instruktionen pro Taktzyklus liefern, rund 10 Prozent höher takten und dabei mit dem gleichen Power-Budget auskommen. Neu mit an Bord sind Befehle für: SSE 4.1 und 4.2, AES, AVX, CCMUL, MOVBE, XSAVE, F16C und BMI. Zudem erweitert AMD den physischen Adressraum von 36 auf 40 Bit.

Größere Umbauten gab es auch beim Cache: Jaguar bekommt nun einen Shared Cache, der – erstmals für AMD – inklusiv arbeitet. Er besteht trotzdem aus vier Kacheln (Tiles), die einzeln schlafen gehen können. Weil der Cache nun nicht mehr direkt an den einzelnen Kernen hängt, steht er auch dann noch zur Verfügung, wenn einige der nun bis zu vier Kerne bereits schlafen. Geht der letzte Kern in den CC6-State, so muss er vorher den Cache leeren (Flush).

Im Inneren des Rechenwerks gab es viele kleine Optimierungen, die wichtigsten dürften der von Trinity übernommene Hardware-Divider und die Optimierung der Out-Of-Order-Engine sein. Letztere bringt laut Rupley alleine 5 Prozent mehr Performance.

Jaguar wirkt nur auf den ersten Blick kleiner als Bobcat. Rechnet man die unterschiedlichen Fertigungsverfahren heraus, belegt er 10 Prozent mehr Chipfläche.

Jaguar soll in einem 28-nm-Prozess entstehen und misst dann 3,1 mm2 – ohne "Nebenaggregate" wie den Speicher-Controller oder den PCI Express Root Complex. Das ist absolut betrachtet etwas weniger Die-Fläche, als ein Bobcat-Kern belegt (4,9 mm2), umgerechnet auf einen vergleichbaren Fertigungsprozess allerdings 10 Prozent mehr.

Genau wie der Atom im Vergleich zu den Core-Prozessoren oder auch Bobcat im Vergleich zu K10/Bulldozer dürfte auch der Jaguar weniger Gleitkomma-Recheneinheiten pro Kern haben. Bei gleicher Taktfrequenz liegt die potenzielle Rechenleistung also deutlich niedriger als bei den "normalen" CPUs derselben Generation – aber die energetische Sparsamkeit und der geringe Silizium-Flächenbedarf fordern Tribut.

Über die Taktfrequenzen und Typenvarianten der fertigen Prozessoren der Jaguar-Familie, die nach Spekulationen wohl auch in System-on-Chip-Versionen mit integrierten Southbridge-Funktionen erscheinen sollen, ließ sich Jeff Rupley nicht weiter aus. (bbe)