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Hotline-Tricksereien: Verbraucherschützer mahnen Sky ab

Von einer Gratis-Hotline wollte Sky Kunden offenbar zu einer kostenpflichtigen Hotline lotsen, ohne auf die Gebühren hinzuweisen.

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Sky

(Bild: dpa, Marc Müller)

Sky hat von Verbraucherschützern eine Abmahnung erhalten, weil der Bezahlsender Kunden zum Anruf einer kostenpflichtigen Hotline bringen wollte, ohne auf die Kosten hinzuweisen. Laut den Verbraucherschützern werden Kunden, die ihr Abonnement bei dem Sender kündigten, schriftlich um Rückruf gebeten. Dafür werde zunächst eine kostenlose 0800-Nummer angegeben, unter der die Anrufer dann aber aufgefordert werden, sich an eine 01806-Rufnummer zu wenden. Dass für diese Gebühren fällig sind, werde aber nicht mitgeteilt.

"Wir halten das Vorgehen für rechtswidrig", sagte Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern. "Sky erweckt bei seinen Kunden den Eindruck, sie könnten über eine kostenfreie Rufnummer Kontakt aufnehmen." Den Verbraucherschützern zufolge werde auf die gebührenpflichtige Hotline nur dann verwiesen, wenn die Nummer einem Kunden zugeordnet werden könne. "Diese Masche scheint ganz speziell Anrufer zu betreffen, die bei Sky als Kundenkontakt hinterlegt sind", mutmaßte Halm.

Die Verbraucherschützer hatten bereits vergangenes Jahr ein Urteil vor dem Landgericht München I erstritten, das eine 01806-Hotline des Senders für unzulässig erklärte. Sky hatte je Festnetz-Anruf pauschal 0,20 Euro verlangt, aus dem Mobilfunknetz 0,60 Euro pro Anruf. Laut Gericht sei das Entgelt zu hoch veranschlagt, es dürften keine Gebühren entstehen, die üblicherweise anfallende Telefonkosten überschritten (Az. 37 O 15341/17). Sky hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. (axk)