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"Hoverboard" im Test: Lebensgefährliche Mängel

Futuristische Elektro-Rollbretter – irreführenderweise oft "Hoverboards" genannt – sind gerade schwer angesagt. c't hat ein günstiges Modell getestet und war erschüttert von der schlechten Qualität: Das Gerät ist lebensgefährlich.

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"Hoverboard" im Test: Lebensgefährliche Mängel

So sieht das von c't getestete E-Board von innen aus.

(Bild: c't Magazin)

In den USA macht man sich zurzeit Sorgen, dass die seit kurzem schwer angesagten "Hoverboards" Feuer fangen könnten. Doch die E-Boards bergen noch ganz andere Gefahren, wie ein c't-Test (gesamter Artikel kostenlos online) jetzt zeigte.

Das von der c't-Redaktion bei einem deutschen Händler für 360 Euro bei Amazon gekaufte Testgerät hatte nicht nur grobe kosmetische Mängel, sondern auch handfeste technische Probleme. Nach etwa zwanzig Minuten Betrieb schaltete sich das E-Board im Test reproduzierbar ab. Fatalerweise bleiben die Räder dabei nicht im Freilauf, sondern blockieren abrupt: Die c't-Tester flogen dabei mehrfach im hohen Bogen auf die Nase. Dabei ist das c't-Testgerät offenbar nicht das einzige Mängelexemplar – im Netz finden sich mehrere Schilderungen des Defekts.

Das c't-Testgerät in Aktion: Am Ende des Videos ist die beschriebene Not-Abschaltung zu sehen.

c't geht davon aus, dass es sich bei der lebensgefährlichen Abschaltung um eine "Not-Aus-Funktion" handelt, die bei Überhitzung eingreift. Was ohne diese Not-Abschaltung passiert, zeigen zahlreiche YouTube-Videos: Das Gerät fängt Feuer. Zusätzlich häufen sich Warnungen über E-Boards, die beim Laden zu Brennen beginnen.

In USA und Großbritannien warnen die Behörden nach solchen Vorfällen vor den Boards. Amazon hat die Geräte aus dem Angebot genommen und fordert Sicherheitsnachweise von Händlern. Die Elektronikmesse CES, auf der die E-Boards in diesem Jahr der Renner waren, weist für die Messe 2016 darauf hin, dass sie unter das bestehende Verbot für "persönliche Transportgeräte mit Rädern" wie Skateboards oder Segways fallen.

In Deutschland sind die Boards auf öffentlichen Straßen verboten: Wie die Polizei c't auf Nachfrage mitteilt, haben E-Boards im Straßenverkehr nichts zu suchen. Sowohl Straßen als auch Gehwege darf man mit einem E-Board nicht befahren – da es motorisiert ist und schneller als 6 km/h fährt, gilt es als "Kraftfahrzeug". Eine Zulassung liegt bislang nicht vor. Ignoriert man das Verbot, droht ein Bußgeld über mindestens 50 Euro. Außerdem kann die Polizei das Gerät konfiszieren und im Einzelfall sogar den Führerschein kassieren.

[Update]

Der missverständliche Satz "In Deutschland sind die Boards verboten" wurde um den Zusatz "auf öffentlichen Straßen" ergänzt. (jkj)

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