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Huawei Ascend P7 schummelt bei Benchmarks

Die Entwickler des Grafik-Benchmarks 3DMark entfernen das Android-Smartphone Huawei Ascend P7 aus ihren Bestenlisten. Der Grund: Das Gerät erhöht in Benchmarks seine CPU-Leistung.

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Immer wieder versuchen Hersteller von Smartphones und Tablets die Benchmark-Ergebnisse ihrer Geräte zu manipulieren. Nun wurde der chinesische Hersteller Huawei dabei erwischt: Laufen Benchmarks wie 3DMark oder GFXBench auf dem Android-Smartphone Ascend P7, hält das Gerät den Maximaltakt von 1,8 GHz weit länger als bei anderen Apps oder Spielen. Das ungewöhnliche Verhalten stellte als erstes der Technik-Blog Anandtech fest.

Feature des Huawei Ascend P7: Benchmark-Schummeleien

(Bild: Huawei)

Das Ascend P7 ist Huaweis Spitzenmodell und läuft mit dem hauseigenen Quad-Core-Prozessor Kirin 910T. Mobilprozessoren saugen bei längerem Betrieb mit maximalem Takt den Akku schnell leer und drohen zu überhitzen. Deswegen laufen sie immer nur für kurze Zeit mit der maximalen Taktrate und mit allen eingebauten CPU-Kernen. Nicht so beim Ascend P7: Erkennt das Smartphone, dass bestimmte Benchmarks starten, wechselt es zu einem anderen CPU-Governor – Programme, die das Verhalten des Prozessors anpassen – und schaltet einige der Sicherheitsfunktionen, die Überhitzung vermeiden, ab. So werden GFXBench und 3DMark fast die gesamte Zeit des Benchmarks lang mit vier Kernen und voller Taktrate berechnet.

Eine nicht manipulierbare Version von GFXBench berechnete die Kirin-CPU mit durchschnittlich 1,3 GHz und durchgängig mit 3 CPU-Kernen, die manipulierbare Version aus Google Play mit durchschnittlich 1,7 GHz und 4 Kernen. Damit das Gerät die Benchmarks nicht erkennt, reichte es die Namen zu ändern. Der Unterschied soll laut Anandtech rund 2 fps oder 16 Prozent in GFXBench betragen und in 3DMark einen Unterschied von rund 1600 Punkten beziehungsweise 28 Prozent ausmachen.

Futuremark, die Entwickler von 3DMark, strichen als Konsequenz das Ascend P7 von den Bestenliste ihres Benchmarks. Die Listen sind online einsehbar und führen praktisch alle getesteten Geräte mit Punktzahlen auf. Als Grund nennt Futuremark den Verstoß gegen ihre Nutzungsbedingungen, die besagen, dass das jeweilige Gerät den Start der Benchmark-App nicht registrieren und nicht speziell darauf reagieren darf.

Auch andere Hersteller wie Samsung und HTC versuchten in der Vergangenheit immer wieder Benchmark-Ergebnisse künstlich in die Höhe zu schrauben. Nachdem ihnen dieses Verhalten aber mehrmals nachgewiesen wurde, haben die meisten von ihnen mit damit aufgehört. (hcz)