Huawei P Smart Pro: Handy kommt mit Google-Diensten nach Deutschland

Huawei bringt ein weiteres Smartphone mit Google-Diensten in Deutschland auf den Markt: Das P Smart Pro basiert auf dem Honor 9X.

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(Bild: Huawei)

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Huawei bietet auf dem deutschen März ein weiteres Handy mit Google-Diensten an. Das Huawei P Smart Pro wird ab Ende März für 280 Euro mit Apps wie Google Maps, dem Play Store und Youtube in Deutschland zu haben sein. In anderen Regionen gibt es das Huawei-Handy bereits seit Ende des vergangenen Jahres.

Mit dem P Smart Pro folgt Huawei einem Muster, das das Unternehmen vorher zum Beispiel schon beim Nova 5T angewendet hat: Alte Hardware aus einem bekannten Handy wird frisch verpackt und mit anderem Namen erneut auf den Markt gebracht, um Googles Dienste trotz US-Bann noch nutzen zu dürfen. In diesem Fall lehnt sich Huawei stark an das Honor 9X an, das mittlerweile für weniger als 200 Euro zu haben ist. Leicht verbessert wurde immerhin der Arbeitsspeicher, der von 4 auf 6 GByte wächst.

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Das Display des P Smart Pro ist 6,6 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2340 x 1080 Pixeln. Die vorderseitige Selfie-Kamera baut Huawei in eine Pop-Up-Schiene ein, die bei Bedarf ausfährt – das war auch beim Honor 9X schon so. Der Speicherplatz beträgt 128 GByte und lässt sich per MicroSD-Slot erweitern, der alternativ auch als zweiter SIM-Steckplatz genutzt werden kann.

Im Inneren des P Smart Pro arbeitet der bald zwei Jahre alte Kirin 710f. Das SoC demonstriert die Zwickmühle, in der Huawei steckt: Wegen des US-Handelsembargos dürfen Huawei-Handys nur noch dann die Google-Dienste nutzen, wenn sie ihre Android-Lizenz vor dem Bann im vergangenen Mai bekommen haben. Huawei hat seitdem mehrfach Handys mit alter Lizenz als Neugeräte auf den Markt gebracht. Weil die Hardware bei solchen Geräten aber nicht relevant erneuert werden kann, läuft Huawei die Zeit davon: Allzu lange wird das Unternehmen mit der alten Hardware nicht konkurrenzfähig bleiben.

Problematisch ist auch, dass das P Smart Pro noch mit der Android-Version 9 in den Handel kommt, obwohl Version 10 bereits seit Monaten verfügbar ist. Alle Geräte, die ab Februar 2020 eine Android-Lizenz bekommen haben, müssen nach Google-Richtlinie zwangsläufig mit Android 10 auf den Markt kommen. Das bedeutet, dass mittlerweile jedes Android-Neugerät Version 10 nutzt. Weil die Android-Lizenz des P Smart Pro aber deutlich älter ist, wird Huawei auch bei der Software abgehängt.

#heiseshwo zum Thema Huawei: Was hat sich seit dem Handelsbann getan?

Huawei will nach längerem Zögern nun auch Handys ohne Android-Lizenz – und damit ohne wichtige Google-Dienste wie den Play Store – nach Deutschland bringen. So sollen zum Beispiel das faltbare Mate Xs und das Honor 9X Pro hier veröffentlicht werden, obwohl ihnen die Google-Dienste fehlen. Analysten sind skeptisch, ob solche Smartphones in Europa erfolgreich sein können.

(dahe)