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Huawei bringt sich für Übernahme von Nokia ins Spiel

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Der chinesische Telekommunikationsriese Huawei hält eine Übernahme des angeschlagenen finnischen Handyherstellers Nokia offenbar nicht für ausgeschlossen. "Wir erwägen solche Übernahmen", sagte der bei Huawei fürs Verbrauchergeschäft zuständige Richard Yu laut Financial Times am Dienstag in London. "Vielleicht birgt diese Kombination ein paar Synergien, aber das hängt von der Bereitschaft Nokias ab. Wir sind aufgeschlossen." [Update 19.06. 13:00: Huawei betont, dass es keine Übernahmepläne für Nokia gebe und erklärt den Bericht der Financial Times mit einem Missverständnis.]

Eher selten: Windows Phones von Huawei. Die Chinesen setzten vor allem auf Android.

(Bild: Huawei)

Yu rechnet mit einer Konsolidierung des Smartphone-Markts, bei der am Ende drei oder vier große Hersteller übrig bleiben. Davon soll einer Huawei heißen. Die Chinesen streben auf dem Smartphone-Markt nach ganz oben. Der in westlichen Breiten zunächst als Netzausrüster in Erscheinung getretene, von einem Ex-Militär gegründete Konzern hat große Ambitionen und in den vergangenen Monaten einige beachtliche Smartphones auf den Markt gebracht. Inzwischen ist Huawei in die Riege der fünf nach Stückzahl größten Smartphone-Hersteller vorgestoßen. Am Dienstag hat der Hersteller das neue Ascend P6 als dünnstes Smartphone der Welt vorgestellt.

Das Ziel der Chinesen ist ein Platz auf dem Treppchen hinter Samsung und Apple. Mit über 10 Millionen verkauften Smartphones im Schlussquartal 2012 war Huawei dort bereits einmal angekommen, wurde im ersten Quartal aber von LG wieder verdrängt. Die Koreaner hatten mit dem von Google vermarkteten Nexus 4 einen echtes Erfolgsmodell, dessen Zugkraft aber schon wieder nachlassen dürfte. Die Chinesen können sich den dritten Platz also wieder erkämpfen, doch stehen da auch andere Hersteller auf der Matte.

Eine Übernahme von Nokia, die im ersten Quartal immerhin noch 6 Millionen Smartphones verkauft haben, könnte Huawei den Platz auf dem Treppchen sichern und den Abstand zu den Verfolgern etwas vergrößern. Konkrete Pläne gibt es allerdings bisher nicht, heißt es in der Financial Times unter Berufung auf Konzernkreise. Nokia selbst werde Marktgerüchte nicht kommentieren, sagte ein Sprecher gegenüber heise online.

Der Huawei-Manager wies in London auch auf die Probleme von Windows Phone hin. Das Microsoft-Betriebssystem sei "schwach", wird Yu in der Financial Times zitiert. Der Erfolg von Windows Phone sei schwer abzuschätzen, meint Yu. "Es hat einen sehr kleinen Marktanteil." Der liegt im Moment bei 3 Prozent. Trotzdem verlange Microsoft von Herstellern wie Huawei Lizenzgebühren für das System. "Das ist nicht gut", stellt Yu fest. "Android ist kostenlos."

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(vbr)