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Huawei steigert Umsatz trotz US-Sanktionen

Der Umsatz von Huawei hat um fast ein Viertel zugelegt. Die US-Sanktionen haben dem Unternehmen geschadet und genutzt zugleich.

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(Bild: Rad K/Shutterstock.com)

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Der chinesische Konzern Huawei hat im ersten Halbjahr trotz der US-Sanktionen ein hohes Wachstum eingefahren. Der Umsatz legte im Jahresvergleich deutlich um 23 Prozent auf 401,3 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 52,3 Milliarden Euro, zu. Das teilte Huawei am Dienstag mit. Zwar musste der Konzern wegen des Banns durch die USA Rückschläge in einigen Märkten hinnehmen, gleichzeitig sorgte aber die durch die Sanktionen entstandene patriotische Stimmung in China für höhere Absatzzahlen im Inland.

Nach Angaben von Huawei habe das Unternehmen im ersten Halbjahr rund 118 Millionen Smartphones abgesetzt. Damit steigerte das Unternehmen den Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent. Ein großer Anteil davon dürfte im Inland abgesetzt worden sein. Nach Berechnungen der Analysefirma Canalys soll Huawei im zweiten Quartal in China rund 37,3 Millionen Smartphones ausgeliefert und damit einen Rekord-Marktanteil von etwa 38 Prozent erzielt haben. Dahinter folgen ebenfalls chinesische Hersteller wie Oppo, Vivo und Xiaomi. Apple kommt mit etwa 5,7 Millionen Auslieferungen in China auf einen Marktanteil von rund 5,8 Prozent. Wie hoch der Verlust des Konzerns durch die US-Sanktionen ausfällt, dazu machte Huawei keine Angaben.

Huaweis Verwaltungsratschef Liang Hua gab sich bei der Präsentation der Zahlen angesichts des positiven Ergebnisses kämpferisch: "Wir werden weiter für unser Überleben kämpfen", sagte er am Dienstag. Allerdings räumte er ein, dass die US-Sanktionen einige Löcher in die Bilanz gerissen hätten. Diese müssten im zweiten Halbjahr gestopft werden, sodass voraussichtlich höhere Kosten auf das Unternehmen zukommen. Trotzdem wolle Huawei weiter in die Zukunft investieren.

Huawei war Mitte Mai von US-Präsident Donald Trump auf eine schwarze Liste gesetzt worden, die es US-Unternehmen untersagt, mit dem chinesischen Konzern Geschäftsbeziehungen zu unterhalten. Daraufhin stellte zahlreiche US-Hardwarehersteller die Lieferung von Bauteilen für Smartphones und Telekommunikationsnetze ein. Dies brachte Huawei stark ins Straucheln, denn das Unternehmen ist auf solche Komponenten stark angewiesen. Auch Google, von dem Huawei das Android-Betriebssystem für seine Smartphones bezieht, schränkte den Zugriff darauf ein. Die USA werfen Huawei vor, Spionage zu betreiben und damit die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gefährden. Huawei hatte diese Vorwürfe stets bestritten.

Ende Juni war die Blockade gegen Huawei zwar von den USA aufgehoben worden, allerdings bleibt der momentane Handelsstatus unklar. Denn das US-Handelsministerium hat Huawei weiterhin auf der schwarzen Liste belassen. Künftig sollen Lizenzen für Geschäfte mit Huawei vergeben werden, sofern durch sie die nationale Sicherheit nicht gefährdet werden. In den USA hatte Huawei 600 von 850 Mitarbeitern der dort ansässigen Forschungsabteilung Futurewei entlassen. Die Sanktionen hätten eine Fortsetzung der Arbeit nicht zugelassen. (mit Material der dpa) / (olb)