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Huawei verkauft 2018 mehr als 200 Millionen Smartphones

Damit hat die chinesische Firma trotz einiger Kontroversen ihren Smartphone-Umsatz um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr gesteigert: ein neuer Rekord.

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Huawei

Das Logo des chinesischen Unternehmens Huawei.

(Bild: dpa, Robert Schlesinger)

Das chinesische Hardwarehersteller Huawei hat im Jahr 2018 mehr als 200 Millionen Smartphones verkauft und einen neuen Firmenrekord aufgestellt. Damit hat die Firma die Anzahl der verkauften Geräte um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr gesteigert: 2017 waren es noch rund 150 Millionen Geräte. Huawei kann somit trotz zahlreicher Kontroversen auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken.

Der Erfolg zeichnete sich ab

Überraschend ist der erfolgreiche Anstieg der Verkaufszahlen kaum. Das Marktforschungsinstitut International Data Corporation (IDC) hatte bereits im August erklärt, dass das chinesische Unternehmen Apple als zweitgrößten Smartphone-Anbieter der Welt abgelöst hatte. Zum damaligen Zeitpunkt hatte Huawei bereits 12,9 Millionen Smartphones mehr als der iPhone-Hersteller verkauft. Lediglich Samsung hatte mit geschätzten 71,5 Millionen im August die Nase vorn.

Das Unternehmen hatte 2018 eine Reihe neuer Smartphones auf den Markt gebracht. Das Mate Pro 20 und die kostengünstigere Alternative Mate 20 haben beide eine Dreifachkamera, das Mate Pro auch einen Fingerabdrucksensor, der direkt ins Display integriert ist. Für Ende des Jahres ist außerdem das Huawei Nova 4 mit einem Loch-Notch angekündigt, bislang allerdings nur für den chinesischen Markt.

Das Unternehmen ist dabei schon lange auf Erfolgskurs. Während Huawei Im Jahr 2010 lediglich 3 Millionen Smartphones verkaufte, waren es im Jahr 2015 bereits 108 Millionen. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Umsatzmenge also fast verdoppelt. Ob das Unternehmen den Kurs halten und vielleicht sogar Samsungs Zahlen in Angriff nehmen kann, bleibt insbesondere in Anbetracht zahlreicher Kontroversen abzuwarten.

Ein Jahr voller Kontroversen

Der Erfolg von Huaweis Smartphones ist insbesondere in Anbetracht des turbulenten Firmenjahres beachtlich. Die Geheimdienste der USA haben Anfang des Jahres ausdrücklich Warnungen gegen den chinesischen Hersteller ausgesprochen, der sich mit einer Zusammenarbeit mit dem US-Netzbetreiber AT&T auch am amerikanischen Markt etablieren wollte. Auch der EU-Digitalkommissar Andrus Ansip warnte vor Huawei aufgrund einer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Geheimdienst. US-Behörden hatten außerdem kürzlich die Deutsche Telekom dazu bewegt, auf Huawei-Hardware zu verzichten, damit die geplante Fusion von Sprint und T-Mobile US genehmigt werden könnte.

Erst vor einigen Wochen wurde die Finanzchefin von Huawei, Meng Wanzhou, auf Ersuchen der US-Behörden in Kanada festgenommen – aufgrund von Sanktionsverstößen und unwahrer Angaben bezüglich Iran-Geschäften ihres Konzerns. Gegen eine Kaution ist Wanzhou seit 12. Dezember wieder auf freiem Fuß, allerdings mit strengen Auflagen. Kanada protestiert derweil gegen die "willkürliche Festnahme" zweier Bürger in China, die laut Beobachtern als Druckmittel im Falle Wanzhou missbraucht werden.

(bbo)

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