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Huawei will den Handymarkt aufmischen

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Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei nimmt den Handymarkt ins Visier. Bis 2015 wolle Huawei zu führenden drei Mobilfunkmarken gehören, sagte der Chef der Gerätesparte, Wen Biao, einem Bericht der Financial Times zufolge am Mittwoch in Peking. Das Unternehmen ist bisher vor allem als Ausrüster für Telekommunikationsnetze in Erscheinung getreten und nimmt in dieser Branche einen Spitzenplatz direkt hinter Marktführer Ericsson ein. "Jetzt richten wir den Blick auf die Verbraucher", erklärte Strategiechef Victor Xu.

Marktführer im Handygeschäft ist immer noch Nokia. Die Finnen sind zwar auf dem absteigenden Ast, verkaufen aber immer noch mehr Handys als ihre stärksten Konkurrenten zusammen. Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner zufolge hat Nokia im ersten Quartal 2011 über 107 Millionen Geräte absetzen können und damit einen Marktanteil von 25 Prozent erreicht. Samsung folgt mit 68 Millionen Geräten und einem Marktanteil von 16 Prozent, auf dem dritten Platz landete LG mit 24 Millionen Stück und 5,6 Prozent.

Da nimmt sich Huawei mit 7 Millionen verkauften Handys und einem Marktanteil von 1,6 Prozent bescheiden aus. Doch konnten die Chinesen zuletzt vom Smartphone-Boom profitieren und Marktanteile hinzugewinnen, während die Kurve bei der etablierten Konkurrenz mehr oder weniger steil nach unten zeigt – mit der Ausnahme von Apple, das als führender Smartphone-Hersteller mit 17 Millionen verkauften iPhones im ersten Quartal auf einen Gesamtmarktanteil von knapp 4 Prozent kam. Für das zweite Quartal hat Apple über 20 Millionen verkaufte Smartphones gemeldet.

Mit dem Vision meldet sich Huawei in der Smartphone-Oberliga.

(Bild: Huawei)

Es dürfte also noch ein bisschen dauern, bis Huawei mit Apple auf Augenhöhe ist. Doch hat der Hersteller am Mittwoch ein neues Android-Smartphone vorgestellt, mit dem er schon mal eine Duftmarke setzt: Das Huawei Vision kann durchaus in der Oberliga mitspielen. Mit den aktuellen Dual-Core-Flaggschiffen der Konkurrenz – Samsung Galaxy S2, HTC Sensation, LG Optimus 3D oder Motorola Atrix – kann sich das Smartphone allerdings nicht messen.

Im Vision tickt ein Snapdragon-Prozessor (MSM 8255) von Qualcomm mit 1 GHz, der Android 2.3 (Gingerbread) antreibt. Das Smartphone hat 512 MByte RAM, ein Memory Card Slot nimmt Karten mit bis zu 32 GByte an. Kontakt nimmt das Smartphone über Micro-USB (2.0), WLAN und Bluetooth auf. Das kapazitive Multitouchdisplay misst 3,7 Zoll (9,4 Zentimeter) in der Diagonale und schließt das abgerundete, aus einem Stück Aluminium gefräste Gehäuse ab. Mit der 5-Megapixel-Kamera mit Autofocus und LED-Flash lassen sich auch HD-Videos (720p) aufzeichnen.

Darüber hinaus stellt Huawei dem Smartphonebesitzer einen Cloudservice zur Verfügung. Das Vision ist nur einen knappen Zentimeter dick und wiegt laut Hersteller 121 Gramm. Es soll ab September auf ausgewählten Märkten erhältlich sein. Zum Preis machte der Hersteller noch keine Angaben. Ob das Smartphone auch in Deutschland verkauft wird, ist noch nicht klar. Allerdings verstärkt Huawei seine Marketing-Aktivitäten im Hinblick auf den europäischen Markt: Der Ausrüster tritt als Sponsor des italienischen Fußball-Supercups auf, der am kommenden Samstag zwischen Meister AC Mailand und Pokalsieger Inter Mailand im Nationalstadion Peking ausgespielt wird. (vbr)

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