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Hubble-Nachfolger: Start des James-Webb-Weltraumteleskops erneut verschoben

Erst kürzlich wurde der Starttermin des Weltraumteleskops ausgesetzt. Nachdem eine Prüfungskommission das Projekt begutachtete, wurde er erneut verschoben.

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Hubble-Nachfolger: Start des James-Webb-Weltraumteleskop erneut verschoben

Künstlerische Darstellung des James Webb Space Telescope.

(Bild: NASA)

Das als Nachfolger des Weltraumteleskops Hubble vorgesehene James Webb Space Telescope soll doch nicht wie zuletzt geplant im Mai 2020 ins All fliegen. Der Starttermin wurde wegen technischer Probleme und menschlicher Fehler erneut verschoben, und zwar auf den 30. März 2021, wie die NASA mitteilt. Das habe eine unabhängige Prüfungskommission empfohlen.

Es müsse sichergestellt sein, dass sämtliche Komponenten des neuen Weltraumteleskops einwandfrei funktionieren, bevor es ins All transportiert werde, sagte der Vorsitzende der Prüfungskommission Tom Young. Das sei derzeit nicht gewährleistet. Die Gesamtkosten schätzt die NASA nun auf 9,66 Milliarden US-Dollar; ursprünglich anvisiert waren 8,8 Milliarden US-Dollar.

Explodierende Kosten

Erste Pläne für den Nachfolger des Hubble-Weltraumteleskops hatte es schon in den 90er-Jahren gegeben, damals war ein Budget von 500 Millionen US-Dollar veranschlagt und ein Start im Jahr 2007. Danach verzögerte sich die Vorbereitung aber immer weiter und die angesammelten Kosten stiegen immens. Nachdem die Ausgaben bis 2010 auf 3,5 Milliarden US-Dollar explodiert waren, intervenierten die NASA und der US-Kongress. Festgelegt wurden dann ein Kostendeckel von 8 Milliarden US-Dollar plus mehr als 800 Millionen US-Dollar Betriebskosten. Starten sollte das Teleskop im Oktober 2018. Der Termin wurde dann auf 2019 verschoben, im März dieses Jahres auf Mai 2020.

Arbeiten am James-Webb-Weltraumteleskop (17 Bilder)

Der Hauptspiegel des Teleskops
(Bild: NASA)


Das James-Webb-Teleskop ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der ESA und der kanadischen CSA. Mit deutlich mehr Präzision als das Hubble-Teleskop soll es im infraroten Spektrum nicht nur die Anfänge unseres Universums und die Geschichte des Sonnensystems untersuchen, sondern auch bei der Suche nach außerirdischem Leben auf Exoplaneten helfen. Dazu müssen unter anderem die Spiegel im Weltraum mit immenser Präzision arbeiten. Ihre Rückwand darf sich beispielsweise nicht mehr als 38 Nanometer bewegen.

Weltraumteleskop Hubble (105 Bilder)

Der Affenkopfnebel im Orion
(Bild: ESA/Hubble)

(anw)

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