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Huygens auf dem Titan: Dreckiges Wassereis, Methanquellen, Vulkane und Argon

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Fluss auf dem Titan (Bild: ESA/NASA/JPL/Univ. Arizona)

Eine Woche nach der spektakulären Landung der Sonde Huygens auf dem Saturn-Mond Titan haben die Wissenschaftler auf einer Pressekonferenz in Paris neue Fotos und Auswertungen präsentiert. Der Mond ist in vielen Belangen erdähnlicher als man vorher dachte, es regnet -- wenn auch Methan statt Wasser -- und die physikalischen Prozesse (Ablagerungen, Erosionen, Fließaktivitäten) sehen denjenigen auf unserem heimischen Planeten sehr ähnlich. Zudem gibt es reichlich tiefgefrorenes Wassereis auf der Oberfläche (bei -180 °C).

Die Flüsse und Seen scheinen aber gerade ausgetrocknet zu sein, doch vor nicht all zu langer Zeit muss es geregnet haben, sodass flüssiges Methan durch die Flusstäler schwappte. Die Oberfläche an der Landestelle der europäischen Sonde Huygens besitzt unterhalb der schmalen Kruste eine Konsistenz wie lockerer Sand. Durch die Wärme der Sonde wurde zusätzlich Methan aus dem Boden freigesetzt. Die Atmosphäre aus Stickstoff und Methan ist umhüllt von einem Nebel aus kleinen Partikeln aus Kohlenwasserstoffen, die mit dem Regen auf die Oberfläche gelangen und so als dunkler Staub die Fluss- und Seebetten dunkel färben. Auch die Wassereisbrocken sind mit diesem organischen Staub überzogen.

Neben Methan und Stickstoff konnten die Wissenschaftler Argon 40 und Ammoniak in der Atmosphäre ausfindig machen, was für eine Vulkantätigkeit spricht, doch statt Lava spuckt der titanische Vulkan Wassereis, statt Staub wirbelt er Kohlenwasserstoffteilchen in die Methan-Atmosphäre.

Siehe zur Cassini/Huygens-Mission auch: (as)

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