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IBM-Forscher: Bis zu 330 TByte auf handtellergroße Magnetband-Kassette

Schweizer IBM-Forscher haben einen neuen Rekord bei der Speicherdichte von Magnetbändern erzielt. So ließen sich bis zu 330 TByte an Daten auf eine handtellergroße Kassette Speichern.

IBM-Forscher: Bis zu 330 TByte auf handtellergroße Magnetband-Kassette

(Bild: IBM)

Forscher von IBM Zürich haben die Speicherdichte von Magnetband-Datenträgern auf 201 Gigabits pro Quadratzoll erhöhen können. Zum Einsatz kam dabei ein Magnetband-Prototyp, den das japanische Unternehmen Sony Storage Media Solutions entwickelt hat (Sputtered Magnetic Tape).

Im Vergleich zu aktuellen, kommerziell erhältlichen Magnetband-Systemen wie dem IBM TS1155 entspricht das laut IBM einer Steigerung der Speicherdichte um mehr als den Faktor 20 und stellt einen neuen Weltrekord bei Magnetbändern dar. Die IBM-Forscher haben ihre Ergebnisse auf der Magnetic-Recording-Konferenz TMRC 2017 in Tsukuba/Japan präsentiert. Seit 2006 haben IBM-Forscher damit zum fünften Mal einen neuen Rekord bei der Speicherdichte von Magnetbändern aufgestellt.

Beim verwendeten Sputter-Verfahren wurde die Magnetschicht mittels Kathodenzerstäubung (Sputter Deposition) aufgetragen, was eine besonders feine Verteilung der Magnetpartikel auf dem Band und dadurch eine höhere Speicherdichte ermöglicht. Den Forschern zufolge ließen sich mit dieser hohen Speicherdichte bis zu 330 TBytes auf eine handtellergroße Kassette speichern.

Allerdings sollen diese speziellen, im Sputter-Verfahren hergestellten Magnetbänder deutlich teurer sein als die aktuellen Barium-Ferrit-Speicherbänder. Die Kosten pro Terabyte sollen nach Einschätzung von Evangelos Eleftheriou, dem Leiter des Bereichs Cloud & Computing bei IBM Research Zürich, dennoch konkurrenzfähig bleiben. Magnetspeicher-Technik biete sich ihm zufolge besonders für die Cloudspeicherung von wenig genutzten Daten an.

IBM rechnet damit, dass sich die Speicherdichte von Magnetbändern noch mindestens ein Jahrzehnt lang erhöhen lasse. Unklar ist, wann die neue Technik in kommerziellen Produkten tatsächlich erhältlich sein soll. Bereits 2014 haben IBM und Fujifilm einen Magnetband-Prototypen mit 154 TByte vorgestellt, von dem bis heute kein Produkt den Markt erreicht hat.

Herkömmliche Festplatten bieten im Vergleich zwar eine wesentlich höhere Speicherdichte. Magnetbänder werden im professionellen Umfeld aber vor allem wegen ihrer hohen Zuverlässigkeit bei der Speicherung besonders großer Datenmengen eingesetzt. So wird die Magnetband-Technik in erster Linie von Großfirmen verwendet – die erforderlichen Profi-Bandlaufwerke sind außerdem teuer. Bisherige IBM-Magnetbandkassetten fassen bis zu 15 Terabyte an Daten. (mfi)

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